Mit einer der grössten Militärparaden seiner Geschichte hat Frankreich am Nationalfeiertag den Sturm auf die Bastille gefeiert. Die traditionelle Parade auf den Champs-Élysées stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der europäischen Sicherheit, der Unterstützung für die Ukraine und der Demonstration westlicher Geschlossenheit.
Es war zugleich die zehnte und voraussichtlich letzte Militärparade unter der Präsidentschaft von Emmanuel Macron. Zu diesem Anlass hatte der französische Präsident rund 30 Staats- und Regierungschefs der sogenannten «Koalition der Willigen» nach Paris eingeladen.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der britische Premierminister Keir Starmer, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sowie der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković.
Den Auftakt der Parade bildete der Überflug zweier Kampfflugzeuge des Typs Mirage 2000, die symbolisch von französischen und ukrainischen Piloten gemeinsam gesteuert wurden. Die Flugdemonstration unterstrich die militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und der Ukraine.
An der Parade nahmen rund 6'800 Soldatinnen und Soldaten teil. Neben Einheiten der französischen Streitkräfte marschierten auch ukrainische Truppen sowie Vertreter mehrerer Partnerstaaten durch die Pariser Prachtstrasse.
Auch Kroatien war bei der Parade vertreten – allerdings nicht durch Angehörige der Streitkräfte, sondern durch Mitglieder der Spezialeinheit ATJ Lučko der kroatischen Polizei.
Der Einsatz der Spezialeinheit war dem Protokollstreit zwischen Staatspräsident Zoran Milanović und der Regierung vorausgegangen. Nachdem Milanović eine Entsendung von Soldaten abgelehnt hatte, entschied sich die Regierung für die Teilnahme der Polizeispezialeinheit.
Ministerpräsident Andrej Plenković traf die kroatischen Einsatzkräfte vor Beginn der Parade und würdigte ihren Einsatz.
"Wir sind stolz auf die Angehörigen der Spezialeinheit ATJ Lučko, die bereits im Kroatischen Unabhängigkeitskrieg einen bedeutenden Beitrag geleistet haben und Kroatien heute würdig in Frankreich vertreten", erklärte Plenković.
Zugleich bekräftigte er die Ausrichtung Kroatiens innerhalb der europäischen und transatlantischen Bündnisse.
«Kroatien gehört an die Seite seiner Partner in der Europäischen Union und seiner Verbündeten in der NATO», betonte der Regierungschef. Die Regierung werde weiterhin in den Ausbau der Streitkräfte, der Polizei und des gesamten Systems der nationalen Sicherheit investieren.
Die diesjährige Militärparade war weit mehr als eine traditionelle Feier des französischen Nationalfeiertags. Mit der starken internationalen Beteiligung und der Präsenz ukrainischer Soldatinnen und Soldaten setzte Frankreich ein deutliches Signal der Solidarität mit der Ukraine und unterstrich den Anspruch Europas, in sicherheitspolitischen Fragen geschlossen aufzutreten.