Seit Mario Mandžukić seine Karriere in der kroatischen Nationalmannschaft beendet hat, verfügt die „Vatreni“-Auswahl über keinen unumstrittenen Mittelstürmer mehr. Nationaltrainer Zlatko Dalić wechselte in den vergangenen Jahren regelmäßig die Besetzung im Angriff – abhängig vom Gegner und der jeweiligen Spielsituation. Auch bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in den USA dürfte das nicht anders sein.
Ein Blick auf die vergangenen anderthalb Jahre zeigt, wie offen die Situation tatsächlich ist. In den letzten 14 Länderspielen kamen gleich vier verschiedene Spieler als Mittelstürmer zum Einsatz: Ante Budimir, Petar Musa, Igor Matanović und Franjo Ivanović.
Budimir absolvierte acht Einsätze, während Musa, Matanović und Ivanović jeweils zweimal von Beginn an auf dieser Position spielten. Aus diesem Quartett ist lediglich Ivanović nicht im Aufgebot für die Weltmeisterschaft vertreten.
Besonders interessant ist, dass nahezu alle Kandidaten in der Rückrunde der Saison 2025/26 in ihren Vereinen starke Leistungen zeigten. Für Trainer Dalić bedeutet das angenehme, aber nicht einfache Entscheidungen.
Eine ähnliche Situation gab es bereits bei der Weltmeisterschaft in Katar vor vier Jahren, als Dalić ebenfalls regelmäßig zwischen mehreren Offensivspielern rotierte.
Matanović: „Wir sind alle bereit“
Igor Matanović sieht den Konkurrenzkampf gelassen. „Ich bin hier und bereit. Ich hatte eine gute Saison. Es spielt keine Rolle, wer am Ende aufläuft. Ich denke, dass wir alle bereit sind – Musa, Buda oder ich. Ich bin glücklich, hier zu sein und dieses Turnier gemeinsam mit meinen Mitspielern erleben zu dürfen. Für mich ist das ein ganz besonderer Moment“, sagte Matanović vor wenigen Tagen.
Budimir denkt an das große Ziel
Auch Ante Budimir konzentriert sich vor allem auf den Erfolg der Mannschaft. „Ich fokussiere mich auf meinen eigenen Weg. Natürlich versuche ich als Stürmer immer das zu tun, was für die Mannschaft am nützlichsten ist. Ich habe schon früher gesagt, dass ich sofort unterschreiben würde, wenn sich Katar wiederholen würde. Wir alle verfolgen hier ein höheres Ziel. Ich hoffe, dass ich mit meinen Toren der Nationalmannschaft Siege und vielleicht sogar noch mehr bringen kann“, erklärte der Angreifer von Osasuna.
Kramarić bleibt eine Alternative
Eine weitere Option für die Sturmspitze ist Andrej Kramarić, auch wenn er kein klassischer Mittelstürmer ist. Mit 36 Treffern ist er aktuell der drittbeste Torschütze der kroatischen Nationalmannschaftsgeschichte. Vor ihm liegen lediglich Davor Šuker mit 45 Toren und Ivan Perišić mit 38 Treffern.
Erfahrung gegen Dynamik
Jeder Kandidat bringt unterschiedliche Qualitäten mit. Budimir überzeugt mit seiner enormen Erfahrung aus der spanischen La Liga und seiner Kopfballstärke. Der deutlich jüngere Matanović gilt als moderner, körperlich robuster Angreifer mit großem Entwicklungspotenzial.
Petar Musa wiederum spielt eine hervorragende Saison in der nordamerikanischen MLS bei FC Dallas. Im Frühjahr 2026 führte er zeitweise die Torjägerliste der Liga an – noch vor internationalen Stars wie Lionel Messi. Sein Verein bezeichnete ihn sogar öffentlich als „den besten Stürmer der MLS“.
Für Zlatko Dalić dürfte die Wahl des richtigen Mittelstürmers daher zu den wichtigsten Entscheidungen vor dem Turnier gehören. Fest steht: Kroatien reist mit mehreren formstarken Angreifern zur Weltmeisterschaft – und genau dieser Konkurrenzkampf könnte sich am Ende als große Stärke der „Vatreni“ erweisen.