Montenegros Ministerpräsident Milojko Spajić hat angekündigt, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die offenen bilateralen Fragen mit Kroatien zu lösen. Ziel sei ein Kompromiss im europäischen Geist, erklärte er am Freitag nach einer EU-Beitrittskonferenz.
Die Außenministerien beider Länder arbeiteten intensiv an Lösungen. Kroatien hatte insgesamt acht Forderungen formuliert, die für seine Zustimmung zum Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen Montenegros von Bedeutung sind.
Zwei davon hat die montenegrinische Regierung bereits aufgegriffen: die Umbenennung eines Schwimmbads in Kotor und die Genehmigung einer Gedenktafel im ehemaligen Gefangenenlager Morinj. Weitere offene Fragen betreffen das Schicksal vermisster Personen, die Entschädigung ehemaliger Lagerinsassen, die Verfolgung von Kriegsverbrechen, Eigentumsfragen kroatischer Familien, den Grenzverlauf sowie die Rückgabe des Schulschiffs „Jadran“.
Montenegro hat inzwischen 23 der insgesamt 33 EU-Verhandlungskapitel vorläufig abgeschlossen. Die Europäische Kommission hält einen Abschluss der verbleibenden Kapitel bis Ende 2026 und die Unterzeichnung des Beitrittsvertrags im Juni 2027 für möglich. Voraussetzung ist die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten.