Die Stimme Kroatiens

14:14 / 20.04.2026.

Autor: Tonči Petrić

Rückkehrerin aus Kanada: „Der Umzug nach Kroatien war die beste Entscheidung meines Lebens“

Korčula
Korčula
Foto: Zvonimir Barisin / Pixsell

Carol Anne Škovarga trifft häufig Mitglieder der kroatischen Diaspora, die eine Rückkehr nach Kroatien in Erwägung ziehen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen.

„In Kanada leben wir, um zu arbeiten, während in Kroatien die Menschen arbeiten, um zu leben“, sagte Škovarga bei einem Gastauftritt in der Fernsehsendung „Dobro jutro, Hrvatska“ (Guten Morgen Kroatien) auf dem kroatischen Rundfunk HRT und beschrieb damit den entscheidenden Unterschied, der sie und ihre Familie dazu bewegte, dauerhaft in ihr Heimatland zurückzukehren.


Geboren und aufgewachsen in Kanada in einer kroatischen Familie mit starken Wurzeln, wuchs Škovarga im Großraum Toronto auf, in dem eine große kroatische Gemeinschaft lebt. Ihre Kindheit war geprägt von Folklore, Leben in kirchlichem Umfeld und engen sozialen Bindungen. Ihre Großeltern waren nach Kanada ausgewandert, wo sich später ihre Eltern kennenlernten.


Erstmals besuchte sie Kroatien als Kind und kehrte später im Rahmen von Folkloreauftritten zurück. Diese Besuche hinterließen einen bleibenden Eindruck. Sie fühlte eine starke Verbindung zum Dorf ihrer Familie, wo sie ein Haus besaßen, und sagt, dass sie sich dort nie wie eine Besucherin gefühlt habe. „Als ich nach Kanada zurückkehrte, dachte ich ständig an Kroatien und daran, wie ich zurückkommen könnte“, erinnert sie sich.


Dieser Wunsch führte dazu, dass sie sich an der Philosophischen Fakultät in Zagreb einschrieb. Aufgrund persönlicher Umstände und begrenzter Perspektiven in der Nachkriegszeit kehrte sie jedoch nach Kanada zurück, wo sie ihr Studium abschloss und eine Familie gründete.


Obwohl sie und ihr Mann schon früher über einen Umzug nachgedacht hatten, kam das Leben dazwischen. Die Geburt ihrer Kinder und spätere gesundheitliche Herausforderungen verzögerten ihre Pläne. Der Wendepunkt kam während der COVID-19-Pandemie.


Škovarga stellt fest, dass sich sowohl Kroatien als auch ihre eigene Sichtweise verändert hatten. Besonders auffällig war für sie ein Wandel in der Einstellung. „Früher hatte ich das Gefühl, die Leute sagten, bestimmte Dinge seien nicht möglich. Und plötzlich hieß es: ‚Tolle Idee – lass es uns versuchen.‘ Da wurde mir klar, dass die Zeit für einen Umzug gekommen sein könnte“, sagte sie.


Die Entscheidung folgte rasch. Im August 2022 beschloss die Familie umzuziehen. Innerhalb von zwei Monaten verkauften sie ihr Haus in Kanada, und Anfang 2023 zog Škovarga mit den Kindern nach Kroatien. Ihr Mann folgte einige Monate später.


Trotz der häufig geäußerten Sorgen über Bürokratie waren ihre Erfahrungen überwiegend positiv. „Es ist möglich. Manchmal fehlt vielleicht ein Dokument, aber alles kann geklärt werden“, sagte sie. Heute hilft sie durch ihre Arbeit als Beraterin anderen dabei, den Umzugsprozess nach Kroatien zu bewältigen.


In ihrer Rolle spricht sie häufig mit Mitgliedern der Diaspora, die über eine Rückkehr nachdenken, sich aber unsicher über die ersten Schritte sind. Sie hebt das Familienleben und die Work-Life-Balance als zentrale Vorteile des Lebens in Kroatien hervor.


„Kaffee mit Freunden, Zeit mit der Familie, das Meer – das sind die Dinge, die hier zählen. Ich möchte, dass meine Kinder in einem solchen Umfeld aufwachsen“, sagte sie.


Sie ist außerdem überzeugt, dass Kroatien jungen Menschen gute Bildungschancen bietet. „Ich sehe, dass meine Kinder eine hervorragende Ausbildung erhalten. Ich möchte, dass sie hierbleiben und Teil einer Generation werden, die etwas Positives aufbaut.“


Heute lebt Škovarga mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe von Jastrebarsko.

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