Die Stimme Kroatiens

18:05 / 05.03.2026.

Autor: Antunela Rajič

Rheinmetall übernimmt Mehrheitsanteil am kroatischen Unternehmen DOK-ING

Rheinmetall
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Foto: nitpicker / Shutterstock

Der deutsche Technologiekonzern Rheinmetall hat eine Mehrheitsbeteiligung am kroatischen Unternehmen DOK-ING, einem der führenden Hersteller spezialisierter Robotik- und unbemannter Systeme, übernommen. Gemäss dem unterzeichneten Vertrag erwirbt Rheinmetall 51 Prozent der Anteile an der Firma. Produktion und Entwicklung sollen weiterhin in Kroatien stattfinden.

Mit dieser Übernahme erweitert Rheinmetall sein Portfolio im Bereich unbemannter Fahrzeuge und Systeme. Der Kaufvertrag wurde im Beisein des kroatischen Verteidigungsministers Ivan Anušić unterzeichnet. Über den finanziellen Umfang der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Davor Petek, Mitglied der Geschäftsleitung von DOK-ING, erklärte, dass Rheinmetall ab sofort 51 Prozent des Unternehmens halte. Gleichzeitig betonte er, dass sich an der Unternehmensführung und am Management nichts ändern werde. Auch für die Mitarbeitenden seien keine Veränderungen geplant – im Gegenteil: In naher Zukunft werde mit Wachstum gerechnet.


Petek kündigte an, dass sowohl die Produktionskapazitäten als auch die Zahl der Beschäftigten steigen sollen. Ein Standortwechsel sei nicht vorgesehen, ebenso wenig eine Verlagerung der Produktion aus Kroatien oder Zagreb.


Die Zusammenarbeit mit Rheinmetall sieht DOK-ING als Chance, bestehende Technologien zu verbinden – insbesondere unbemannte Systeme mit konventionellen militärischen Plattformen, die Rheinmetall bereits für verschiedene NATO-Staaten produziert.

Im Rahmen der Partnerschaft planen beide Unternehmen die Entwicklung einer breiten Palette von Lösungen für Kampf- und Unterstützungsoperationen. Dazu gehört unter anderem ein unbemanntes, bewaffnetes Unterstützungssystem mit dem Projektnamen „Wingman“, das gemeinsam mit Kampfpanzern und Schützenpanzern eingesetzt werden soll – etwa für Aufklärung und Feuerunterstützung.


Die neuen Systeme sollen auch mit bestehenden Rheinmetall-Plattformen kompatibel sein, darunter der Kampfpanzer Panther KF51, der Bergepanzer Buffalo sowie das gepanzerte Pionierfahrzeug Kodiak.


Björn Bernhard, Geschäftsführer der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, erklärte, dass die Übernahme eine strategische Lücke im Portfolio des Konzerns schliesse. Bisher habe Rheinmetall vor allem schwere Kettenfahrzeuge mit einem Gewicht von über 30 Tonnen produziert. Mit den unbemannten Plattformen von DOK-ING erschliesse man nun auch das Segment darunter.


Die technologische Basis für neue Entwicklungen bildet die Komodo-Plattform von DOK-ING mit einer Tragfähigkeit von mehr als 8,5 Tonnen. Rheinmetall soll dazu moderne Module und Ausrüstungssysteme liefern, darunter Lösungen für direkte und indirekte Feuerunterstützung, Minenräumung, Minenlegung, autonome Funktionen sowie logistische Unterstützung.


Bernhard betonte zudem, dass Rheinmetall in Kroatien ein Kompetenzzentrum für unbemannte und autonome militärische Systeme aufbauen wolle. Ziel sei es, eine führende Marktposition im Bereich unbemannter Kampfunterstützungssysteme sowie gepanzerter Pionierfahrzeuge zu erreichen.


Die Entwicklungsarbeit und das technische Know-how von DOK-ING sollen weiterhin in Kroatien angesiedelt bleiben. Durch die Partnerschaft mit Rheinmetall eröffnen sich laut Unternehmensangaben neue Möglichkeiten zur Erweiterung der Produktionskapazitäten und zur schnelleren Entwicklung einer neuen Generation unbemannter Spezialfahrzeuge.


Der Gründer von DOK-ING, Vjekoslav Majetić, bezeichnete die Kooperation als wichtigen Schritt für das Unternehmen. Die Partnerschaft mit einem grossen europäischen Technologiekonzern öffne neue Türen und bestätige zugleich die internationale Bedeutung des Unternehmens im Bereich Robotik.


Majetić betonte auch die Rolle von DOK-ING bei der Minenräumung in Kroatien, bei der die Technologien des Unternehmens eine zentrale Rolle gespielt hätten. Gleichzeitig rechne man damit, die Produktion künftig deutlich zu steigern, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Exportaktivitäten weiter auszubauen.


DOK-ING verfügt bereits über eine starke Marktstellung im Bereich unbemannter Systeme für Minenräumung sowie Einsätze in gefährlichen und hochriskanten Umgebungen – sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich.


Seit seiner Gründung hat das Unternehmen rund 500 Plattformen an Kunden in mehr als 40 Ländern geliefert. Besonders effektiv kommen die Systeme derzeit auch in der Ukraine zum Einsatz.


Rheinmetall mit Sitz in Düsseldorf zählt zu den weltweit führenden Technologiegruppen im Verteidigungssektor. Das 1889 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 44'000 Mitarbeitende an etwa 180 Standorten weltweit. Seit März 2023 ist der Konzern im deutschen Leitindex DAX 40 gelistet und erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro.


Der Kaufpreis für die Beteiligung bleibt vertraulich – das strategische Ziel ist jedoch klar: eine führende Rolle auf dem globalen Markt für unbemannte Systeme.

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