Kroatien gehört zu den ersten Ländern der Europäischen Union, die die Belastung des Trinkwassers mit Mikroplastik nach einheitlichen EU-Standards systematisch erfasst haben. Die Ergebnisse fallen positiv aus: Nach Angaben des Wasserinstituts «Josip Juraj Strossmayer» weist das kroatische Trinkwasser eine der niedrigsten bislang gemessenen Mikroplastik-Konzentrationen in Europa auf.
Institutsdirektor Mario Šiljeg erklärte im kroatischen Fernsehen HRT, Kroatien habe als eines der ersten EU-Länder einen nationalen Bericht zur Überwachung von Mikroplastik im Trinkwasser vorgelegt. Die Untersuchungen wurden im Rahmen eines Forschungsmonitorings gemeinsam mit dem Kroatischen Institut für öffentliche Gesundheit durchgeführt.
Den Messungen zufolge enthält ein Liter Trinkwasser in Kroatien durchschnittlich 0,144 Mikroplastik-Partikel. Das entspricht rund einer Partikel auf sieben Liter Wasser.
"Es gibt einzelne Wasserversorger, bei denen wir etwas höhere Werte festgestellt haben. Der landesweite Durchschnitt liegt jedoch bei etwa einer Mikroplastik-Partikel pro sieben Liter Trinkwasser", sagte Šiljeg.
Nach Einschätzung des Wasserinstituts gehören die gemessenen Werte zu den niedrigsten Konzentrationen, die bislang nach den geltenden EU-Standards und auf Grundlage verfügbarer wissenschaftlicher Untersuchungen in Europa festgestellt wurden.
Ob einzelne Regionen Kroatiens deutlich bessere oder schlechtere Werte aufweisen, lasse sich derzeit noch nicht seriös beurteilen. Dafür seien weitere Untersuchungen notwendig.
Mikroplastik ist heute weltweit in Gewässern, Lebensmitteln und der Umwelt nachweisbar. Mit der aktuellen Untersuchung verfügt Kroatien erstmals über landesweite Daten, die nach einheitlichen europäischen Vorgaben erhoben wurden.
Nach Angaben des Wasserinstituts stellt der nationale Bericht einen wichtigen Schritt für die langfristige Überwachung der Trinkwasserqualität dar und soll als Grundlage für künftige Messprogramme sowie den Vergleich mit anderen EU-Mitgliedstaaten dienen.