Die Stimme Kroatiens

18:24 / 23.09.2026.

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Kroatien tritt Artemis-Abkommen bei

Mjesečeve mijene - ilustracija
Mjesečeve mijene - ilustracija
Foto: pixaby / .

Kroatien ist dem Artemis-Abkommen beigetreten. Der internationale Rahmen legt Grundsätze für die friedliche, sichere und transparente Erforschung und Nutzung des Mondes, des Mars sowie von Kometen und Asteroiden fest.

Das Abkommen wurde am Mittwoch in Zagreb im Namen der kroatischen Regierung von Wissenschafts- und Bildungsminister Radovan Fuchs unterzeichnet. An der Zeremonie nahmen auch die US-Botschafterin in Kroatien Nicole McGraw, der NASA-Vertreter für Europa Gregory Mann und Hrvoje Meštrić, Leiter der Direktion für Wissenschaft und Technologie im Ministerium, teil.


Die Artemis Accords wurden 2020 von den USA und sieben weiteren Staaten ins Leben gerufen. Nachdem Albanien vor zwei Tagen als 73. Staat beigetreten war, ist Kroatien nun das 74. Unterzeichnerland.


„Das Abkommen zu unterzeichnen bedeutet, friedlich und transparent zu forschen, Hilfe zu leisten, freien Zugang zu wissenschaftlichen Daten zu gewährleisten und unser gemeinsames Erbe zu bewahren“, erklärte Mann.


Was ist das Artemis-Abkommen?


Mit dem Artemis-Abkommen erwerben Staaten keine Gebiete auf dem Mond oder anderen Himmelskörpern. Vielmehr handelt es sich um gemeinsame Grundsätze für eine friedliche und transparente Erforschung des Weltraums. Dazu gehören gegenseitige Unterstützung, der Austausch wissenschaftlicher Daten, die Vermeidung von Störungen anderer Missionen sowie der Schutz historisch bedeutender Orte und Gegenstände.


Die Prinzipien bauen auf dem bestehenden Weltraumvertrag und weiteren internationalen Vereinbarungen zur Nutzung des Weltraums auf.


Namensgeber ist das Artemis-Programm der NASA, mit dem die USA Menschen wieder auf die Mondoberfläche bringen und dort langfristig eine menschliche Präsenz aufbauen wollen. Mit Artemis II flogen in diesem Jahr erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen um den Mond. Eine bemannte Landung auf der Mondoberfläche ist nach derzeitiger Planung für 2028 vorgesehen.


Zuletzt hatten im Dezember 1972 die Astronauten der Mission Apollo 17 den Mond betreten.


Neue Chancen für Kroatiens Raumfahrtsektor


Gregory Mann bezeichnete den Beitritt in Zagreb als „einen kleinen Schritt für Kroatien, aber einen großen Schritt in Richtung unserer gemeinsamen Zukunft im tiefen Weltraum“.


US-Botschafterin Nicole McGraw betonte die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit. Partner wie Kroatien könnten moderne Technologien, wissenschaftliche Expertise und neue Perspektiven in die gemeinsamen Weltraumprogramme einbringen.


Minister Fuchs sieht in der Unterzeichnung zusätzliche Chancen für die Entwicklung des kroatischen Raumfahrtsektors. Kroatien verfüge insbesondere in den Bereichen Informatik, Softwareentwicklung und Verarbeitung von Satellitendaten über gute Kompetenzen. Weniger stark sei das Land derzeit bei der Herstellung von Raumfahrtausrüstung und anderen Hardwarekomponenten.


Kroatien arbeitet bereits mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammen. Seit 2023 hat das Land den Status eines europäischen Kooperationsstaates und kann dadurch mit Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen an bestimmten ESA-Programmen und Ausschreibungen teilnehmen. Vollmitglied der ESA ist Kroatien bislang nicht.


Nach Angaben von Hrvoje Meštrić wurden im Rahmen der Zusammenarbeit bisher mehr als 70 Projekte kroatischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Wert von über neun Millionen Euro genehmigt. Kroatien selbst habe mehr als zehn Millionen Euro in ESA-Programme investiert.

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