Die Stimme Kroatiens

00:45 / 15.08.2026.

Autor: Tonči Petrić

Großbrand bei Omiš fordert ein Todesopfer

Waldbrand in der Nähe von Omiš
Wildfire nears Omiš
Foto: Zvonimir Barisin / PIXSELL

Am Donnerstagabend gegen 20 Uhr brach der Brand aus. Angeheizt durch starke Winde zerstörten die Flammen Häuser, Autos und Boote. 

Rund 1000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen – vor allem Olivenhaine – sowie Kiefernwälder wurden zerstört. Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Gemeinsam mit Unterstützung aus der Luft gelang es ihnen, den Brand am Freitagmorgen unter Kontrolle zu bringen.


Ein verheerender Waldbrand in der Nähe von Omiš hat ein Todesopfer gefordert und rund 40 Menschen verletzt. Etwa 2000 Menschen mussten ihre Häuser und Unterkünfte verlassen und wurden in vier Evakuierungszentren untergebracht.


Die stellvertretende Bürgermeisterin von Split, Matea Dorčić, erklärte, die Einsatzkräfte gingen davon aus, dass viele Betroffene nicht so schnell in ihre Häuser oder Unterkünfte zurückkehren könnten. Deshalb seien alle verfügbaren Rettungsdienste mobilisiert worden. Die Menschen würden mit Lebensmitteln, Unterkünften und allem Notwendigen versorgt.


Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Ministerpräsident Andrej Plenković besuchte am Freitag das Brandgebiet. Er kündigte Unterstützung für die lokale Bevölkerung an. Auch ausländische Touristen, deren Urlaub durch den Brand vorzeitig beendet wurde, sollen Hilfe erhalten. Das Außenministerium werde ihnen unter anderem bei der Kontaktaufnahme mit ihren Botschaften sowie bei der Beschaffung von Reisedokumenten und der Rückkehr in ihre Heimat zur Seite stehen, sagte Plenković.


Auch Staatspräsident Zoran Milanović besuchte Omiš. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihren mutigen Einsatz und sprach den Verletzten und ihren Familien sein Mitgefühl aus. Zugleich bezeichnete er das Geschehen als eine schreckliche Naturkatastrophe. Ob der Brand tatsächlich natürlichen Ursprungs gewesen sei, müsse allerdings noch geklärt werden.


Sieben Verletzte in kritischem Zustand


Insgesamt wurden bei dem Brand 40 Menschen verletzt, 14 von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Sieben Patienten befinden sich in kritischem Zustand. Teilweise erlitten sie Verbrennungen auf bis zu 60 Prozent ihrer Körperoberfläche.


Gesundheitsministerin Irena Hrstić besuchte die Verletzten am Freitag. Vier Patienten wurden nach Zagreb verlegt. Nach der Stabilisierung hätten die Ärzte entschieden, dass der Transport auf dem Landweg die bessere Option sei, erklärte Hrstić. So könne während der Fahrt eine notwendige medizinische Behandlung leichter gewährleistet werden als bei einem Transport mit dem Hubschrauber.


Weitere Brände in Dalmatien


Unterdessen brach am Freitag in der Nähe von Zadar ein neuer Brand aus. Die Flammen erfassten Olivenhaine und Kiefernwälder. Auch auf der Halbinsel Pelješac im Süden Kroatiens kam es am Morgen zu einem größeren Waldbrand.


Der Feuerwehrchef des Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, Stjepan Simović, erklärte, alle verfügbaren Einsatzkräfte seien vor Ort. Die Lage habe sich inzwischen etwas verbessert. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die Südseite des Brandes. Die westliche Flanke sei wegen des sehr steilen Geländes schwieriger zu erreichen.


„Im Moment bewässern die Löschflugzeuge den Boden so intensiv wie möglich“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Davor Božinović. Sollte der Wind in der Nacht wieder auffrischen, könne sich die Situation innerhalb von Sekunden verändern. Das habe man bereits beim Brand in Omiš gesehen.


Auch der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Bauwesen, Raumplanung und staatliches Eigentum, Branko Bačić, verwies auf die schwierigen Geländebedingungen. Das unzugängliche, steile Terrain erschwere die Löscharbeiten erheblich. Die Feuerwehrleute seien nach einer Lagebesprechung an besonders gefährliche und schwer zugängliche Stellen entsandt worden, um die Brände unter den gegebenen Bedingungen so weit wie möglich unter Kontrolle zu halten.


Brand in Ninski Stanovi am Freitagabend unter Kontrolle


Der Brand in Ninski Stanovi wurde gegen 20 Uhr unter Kontrolle gebracht. Einsatzkräfte der Feuerwehr des öffentlichen Feuerwehrdienstes (JVP) Zadar bleiben die ganze Nacht am Brandort.


Am Abend brach oberhalb des Ortes Brbinj auf der Insel Dugi Otok ein Flächenbrand aus. Das bestätigte der Feuerwehrkommandant der Gespanschaft Zadar, Matej Rudić. Die Löscharbeiten wurden von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr (DVD) Sali aufgenommen. Aus Zadar wurden zudem 15 Feuerwehrfahrzeuge per Fähre auf die Insel gebracht.


Bei den meisten Einsatzkräften handelt es sich um Feuerwehrleute, die am Nachmittag bereits den Brand in Ninski Stanovi bekämpft hatten, sagte Rudić. Es handelt sich um einen Flächenbrand, bei dem vor allem Macchia, Buschwerk und Wald brennen.


Neben Ninski Stanovi kam es auch in Bili Brig sowie auf der Insel Ugljan zu Wald- und Buschbränden.

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