Die globale Erwärmung und ihre Folgen stellen eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Die Anpassung sowie der Redukton von Co2-Emissionen sind entscheidende Schritte zur Bewältigung dieser Herausforderungen, sagte Ivan Güttler, Leiter des kroatischen Wetterdienstes DHMZ für den kroatischen Rundfunk.
Das Jahr 2024 wird als das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Messungen in Erinnerung bleiben. Dies ist eine Folge der anhaltenden globalen Erwärmung und des meteorologischen Phänomens La Niña. Obwohl Wetterextreme wie Hitzewellen, Stürme oder Hagel auch früher existierten, sind ihre Häufigkeit und Intensität heute deutlich ausgeprägter. Hitzewellen sind heute aufgrund des Klimawandels stärker als je zuvor und treten immer häufiger in Europa, im Mittelmeerraum und in Kroatien auf, betonte Ivan Güttler.
Ein Temperaturanstieg um 3 °C bis Ende des Jahrhunderts?
Das Pariser Abkommen hat das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten. Doch dieses Ziel wird immer schwieriger zu erreichen. Um dies zu schaffen, argumentiert Güttler, müssten die Weltgemeinschaft die CO2-Emissionen jedes Jahr um 5 Prozent senken – bisher ist dies jedoch nur während der Coronapandemie gelungen.
Laut aktuellen Schätzungen wird das Ziel eines Temperaturanstiegs von 1,5 °C bis Ende des Jahrhunderts bereits in sieben bis acht Jahren überschritten sein,. Die Welt steuert auf einen Temperaturanstieg von 3 °C bis Ende des Jahrhunderts hin.
Anpassung als Schlüssel zur Zukunft
Sollte die globale Erwärmung nicht gestoppt werden, wird die Welt mit noch stärkeren Folgen konfrontiert sein, wie dem Anstieg des Meeresspiegels, höheren Meerestemperaturen und häufigeren Wetterextremen. Obwohl wir die Möglichkeit haben, uns an den Klimawandel anzupassen, stellt sich die Frage, ob diese Anpassung in einer sich rasch erwärmenden Welt ausreichen wird, warnt Güttler.
Der Einfluss von El Niño und menschlichen Aktivitäten
Der Temperaturanstieg wird zusätzlich durch das meteorologische Phänomen El Niño verschärft, das die Oberflächengewässer des Pazifiks erwärmt. El Niño ist ein natürliches Phänomen, agiert jedoch in einer durch menschliche Aktivitäten radikal veränderten Klimawelt, betont Clare Nullis, Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie WMO.
Auf der UN-Klimakonferenz COP29 in Baku warnte UN-Generalsekretär António Guterres eindringlich vor der Dringlichkeit des Handelns und sagte: „Wir erleben den letzten Countdown, wenn es darum geht, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, und die Zeit ist nicht auf unserer Seite.“
Enttäuschung über die Klimakonferenz
Trotz des ehrgeizigen Ziels, jährlich 1,3 Billionen Dollar bereitzustellen, um ärmeren Ländern bei der Bekämpfung des Klimawandels zu helfen, zweifeln Skeptiker an der Wirksamkeit der Maßnahmen.
„Wir sind enttäuscht vom Ergebnis, das die Unwilligkeit der entwickelten Länder zeigt, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen,“ sagte Chandni Raina, Vertreterin der indischen Delegation.
Der EU Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte hingegen, dass die Aufstockung der Mittel auf das Dreifache der bisherigen Ziele realistisch und umsetzbar sei.
Extremwetterereignisse verdeutlichen die ernsten Folgen des Klimawandels. Der tödliche Hurrikan Helene, der in den USA in diesem Jahr über 200 Menschenleben forderte, sowie Überschwemmungen und Brände weltweit unterstreichen die zerstörerischen Auswirkungen der globalen Erwärmung.
Nach Schätzungen von Versicherungsunternehmen verursachten Hurrikane und Taifune allein in diesem Jahr Schäden in Höhe von über 130 Milliarden Dollar.
Kroatien und der grüne Wandel
Kroatien bemüht sich, einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. Im Jahr 2022 wurden fast 30 % der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen, und dieser Anteil wächst weiterhin. Premierminister Andrej Plenković hob hervor, dass Kroatien seinen CO₂-Fußabdruck deutlich unter dem EU-Durchschnitt hält.
In Regionen wie Istrien wurden Maßnahmen zur Wasserreduzierung ergriffen, um den hohen Wasserverbrauch zu senken. Dazu gehören das Verbot, Trinkwasser für das Waschen von Fahrzeugen, Straßen und Grünflächen zu verwenden.
Kroatien ist an Projekten wie der Starkregen-Risikobewertung RAINMAN beteiligt, das sich auf das Risikomanagement von Starkregenereignissen konzentriert. Ziel ist es, praxisorientierte Hilfsmittel für die Risikobewertung und -reduzierung zu entwickeln.
Gleichzeitig ist ein landesweites Hitzewellenwarnsystem von Mai bis Oktober aktiv. Der kroatische Meteorologische und Hydrologische Dienst (DHMZ) überwacht die Temperaturen und informiert das Gesundheitsministerium und das kroatische Institut für öffentliche Gesundheit (HZJZ), um Warnungen auszugeben.
Mit der Botschaft, dass Handeln nicht länger warten kann, warnen Wissenschaftler, dass es entscheidend sei, das Tempo der Erderwärmung zu verlangsamen, um noch gravierendere Folgen für den Planeten und die Gesellschaft zu vermeiden.
Quelle: HRT