Israels Außenminister Gideon Saar hat dem kroatischen Präsidenten Zoran Milanović Antisemitismus vorgeworfen. In einem Beitrag auf der Online-Plattform X reagierte Saar auf jüngste Aussagen des kroatischen Staatsoberhauptes zur Rolle des israelischen Botschafters in Kroatien.
Israels Außenminister Gideon Saar hat dem kroatischen Präsidenten Zoran Milanović Antisemitismus vorgeworfen. In einem Beitrag im sozialen Netzwerk X reagierte Saar auf jüngste Aussagen des kroatischen Staatsoberhauptes zur Rolle des israelischen Botschafters in Kroatien.
Milanović hatte am Vortag die Äußerungen des israelischen Botschafters in Zagreb kritisiert und erklärt, Kroatien werde „keine fremden Infektionen und Keime dulden – weder israelische noch iranische“. Diese Worte lösten eine scharfe Reaktion aus Israel aus.
Saar bezeichnete die Wortwahl des kroatischen Präsidenten als „beleidigende Rhetorik“. Die „hasserfüllte Sprache über Israel und den Zionismus“ spiegle einen antisemitischen Ansatz wider, schrieb der israelische Außenminister.
Zugleich erinnerte Saar daran, dass Kroatien Mitglied der International Holocaust Remembrance Alliance sei und sich verpflichtet habe, Antisemitismus zu bekämpfen. „Der Präsident hat diese Verpflichtungen verraten“, erklärte der Minister weiter.
Auslöser der Kontroverse waren Aussagen des israelischen Botschafters in Zagreb, Gary Koren. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur HINA hatte er Kroatien wenige Tage zuvor aufgefordert, das Personal der iranischen Botschaft in Zagreb zu überprüfen. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich unter ihnen Mitglieder der Revolutionsgarden befänden, deren Aufgabe es sein könnte, Informationen zu sammeln oder Terrorismus zu unterstützen.
Milanović reagierte darauf am Donnerstag mit scharfer Kritik. Der Präsident erklärte, der israelische Vertreter habe praktisch behauptet, dass sich „mitten in Zagreb ein terroristisches Nest in der iranischen Botschaft“ befinde.
Der Botschafter sei daraufhin zu einem Gespräch ins Präsidialamt einbestellt worden, erklärte Milanović. Dort sei ihm mitgeteilt worden, Kroatien nicht zu schaden und die Öffentlichkeit nicht zu beunruhigen.
„Das hier, mein Bruder, ist Zagreb und nicht Tel Aviv. Die Herren sollen sich bitte entsprechend verhalten“, sagte Milanović abschließend.
Quelle: HRT