Die Stimme Kroatiens

19:00 / 08.06.2026.

Autor: Tonči Petrić

Widerstand gegen neue Anti-Inflationsmaßnahmen: Unternehmer und Vermieter drohen mit Protesten

Das Gespräch im Finanzministerium
The meeting at the Ministry of Finance
Foto: Marko Todorov / CROPIX

Das neue Maßnahmenpaket der Regierung zur Bekämpfung der Inflation, das Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll, sorgt bei Handwerkern, Kleinunternehmern und Vermietern für erheblichen Unmut.

Die Unternehmervereinigung "Glas poduzetnika" („Stimme der Unternehmer“) hat im Rahmen der Petition „Nein zu neuen Steuern“ bereits 35.000 Unterschriften gesammelt. Sie fordert die Regierung auf, den Vorschlag zurückzuziehen, der eine Erhöhung der Pauschalabgaben für Handwerker und Kleinvermieter vorsieht. Die Vereinigung warnt, dass die Maßnahmen der Wirtschaft schaden könnten. Sollte keine Einigung erzielt werden, werden auch Proteste nicht ausgeschlossen.


Diese Themen standen am Montag im Mittelpunkt zweier separater Treffen im Finanzministerium. Der Finanzminister traf sich mit Vertretern der Kroatischen Handwerkskammer, während Vertreter des Ministeriums parallel Gespräche mit der Unternehmervereinigung "Glas poduzetnika" führten.


Die Vertreter von Glas poduzetnika präsentierten drei zentrale Forderungen:


Keine neuen Abgaben beziehungsweise Rücknahme des aktuellen Vorschlags in seiner jetzigen Form.

Durchführung einer Folgenabschätzung, bevor ähnliche Maßnahmen vorgeschlagen werden.

Falls Abgaben erhöht werden, sollen an anderer Stelle entsprechende Entlastungen geschaffen werden.


Darüber hinaus fordert die Vereinigung, dass legitime Vertreter von Kleinunternehmern, Vermietern und Handwerkern in sämtliche Gespräche mit der Regierung eingebunden werden.


Dražen Oreščanin, Mitglied des Aufsichtsrats von Glas poduzetnika, erklärte: „Unsere Forderungen sind klar: keine neuen Belastungen, eine fundierte Analyse der Auswirkungen und ein fairer Ausgleich durch Entlastungen an anderer Stelle. Zudem müssen die Vertreter der Betroffenen aktiv in die Verhandlungen mit der Regierung einbezogen werden.“


Auch die stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung, Lana Šiljeg, warnte vor negativen wirtschaftlichen Folgen: „Es ist nur vernünftig, auf die Betroffenen zu hören, denn diese Maßnahmen sind sowohl für die Unternehmer als auch für unsere Wirtschaft schädlich. Wir werden weiterhin den institutionellen Weg verfolgen. Die Möglichkeit von Protesten steht im Raum, auch wenn wir dies derzeit noch nicht offiziell bestätigen“, betonte Šiljeg.


Die Gespräche zwischen Regierung und Unternehmerverbänden sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden.


Quelle: HRT (Kroatischer Rundfunk)

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