Die Stimme Kroatiens

11:03 / 14.04.2026.

Autor: Martina Perković

Energie-Schock im Nahen Osten: Auswirkungen auf Inflation bleiben begrenzt

Boris Vujčić
Boris Vujčić
Foto: HRT / HTV

Der aktuelle Energieschock infolge der Konflikte im Nahen Osten dürfte laut dem Gouverneur der Kroatischen Nationalbank, Boris Vujčić, geringere Auswirkungen auf Inflation und Wirtschaftswachstum haben als jener im Jahr 2022. Grund dafür seien veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen: schwächeres Wachstum, eine Inflation näher am Zielwert sowie geringerer Lohndruck.

Zudem sei das europäische Energiesystem heute widerstandsfähiger – unter anderem durch eine diversifizierte Energieversorgung. Auch die aktuellen Preissteigerungen bei Öl und Gas seien weniger stark ausgeprägt als während der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs.


Nach Einschätzung Vujčićs befindet sich die Entwicklung derzeit noch im Basisszenario der European Central Bank und der Kroatischen Nationalbank. Eine Eskalation des Konflikts könnte die Lage jedoch verschärfen. Für die Eurozone wird aktuell eine Inflation von 2,6 % und ein Wachstum von 0,9 % erwartet.


Finanzminister Tomislav Ćorić betonte, dass die kroatische Wirtschaft heute deutlich krisenfester sei als noch vor zehn Jahren. Die Regierung prüft zudem Maßnahmen wie eine flexible Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe, um im Ernstfall reagieren zu können.


Auch im Bankensektor bleibt die Lage stabil: Laut Tamara Perko zählen die Zinssätze in Kroatien weiterhin zu den niedrigsten in der EU, was auf einen liquiden und wettbewerbsstarken Markt zurückzuführen ist.

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