Die Stimme Kroatiens

17:05 / 23.04.2026.

Autor: Tonči Petrić

Šimunić fordert volle Transparenz bei Sportgeldern

Gradonačelnik Oroslavja Viktor Šimunić
Gradonačelnik Oroslavja Viktor Šimunić
Foto: Josip Mikacic / Pixsell

Der Bürgermeister von Oroslavje, Viktor Šimunić, hat am Mittwoch mehr Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Gelder im Sport gefordert. Zugleich warnte er vor systematischen finanziellen Unregelmäßigkeiten in mehreren Sportverbänden und erklärte, über Informationen zu weiteren zehn Verbänden zu verfügen. In mehreren Fällen hält er strafrechtliche Konsequenzen für möglich. 

Šimunić zählt seit Monaten zu den schärfsten Kritikern der Finanzgebarung im kroatischen Sport. Seine Vorwürfe fallen in eine Phase mehrerer Affären, darunter Ermittlungen wegen des Verschwindens von mehr als 30 Millionen Euro aus dem Kroatischen Skiverband sowie Unregelmäßigkeiten im Kroatischen Judoverband.


Nach eigenen Angaben hat er durch Analysen und Anfragen auf Informationszugang auch in anderen Verbänden Auffälligkeiten entdeckt, etwa im Kroatischen Vollevballverband und im Kroatischen Schachverband. Dort gebe es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten und mögliche Strafanzeigen.


„Der gesamte öffentliche Geldfluss im Sport muss so schnell wie möglich transparent gemacht werden“, betonte Šimunić. Es spiele keine Rolle, ob die Mittel von staatlichen Unternehmen, Ministerien oder olympischen Strukturen kämen – entscheidend sei ihre vollständige Offenlegung.


Kritisch äußerte er sich insbesondere zum Modell der Finanzierung über Vermittlungsfirmen und Verträge. Als Beispiel nannte er einen Fall im Volleyballverband, bei dem aus Rechnungen hervorgehe, dass Leistungen im Zusammenhang mit einem Vertrag mit der Kroatischen Post abgerechnet wurden.


Grundsätzlich sei es nicht problematisch, wenn öffentliche Unternehmen Sponsoring oder Spenden vergeben. Entscheidend sei jedoch, dass dies nach klaren Kriterien und über transparente Ausschreibungen geschehe, sodass alle gleiche Chancen hätten.


Nach Angaben Šimunićs begann seine Recherche bereits 2023 mit systematischen Anfragen an Sportverbände. Das Ausmaß der möglichen Missstände habe ihn jedoch überrascht. Er gehe davon aus, dass die bisherigen Erkenntnisse nur einen Teil des Problems zeigen.


Zugleich erklärte er, bislang keinen Kontakt zu Ermittlungsbehörden gehabt zu haben, zeigte sich jedoch bereit zur Zusammenarbeit. In mehreren Fällen hält er strafrechtliche Konsequenzen für möglich.

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