Die Stimme Kroatiens

15:44 / 18.08.2026.

Autor: Tonči Petrić

Milanović fordert Sondersitzung des Parlaments wegen Umweltskandals in Gospić

Zoran Milanović
Zoran Milanović
Foto: Goran Stanzl / Pixsell

Der kroatische Präsident Zoran Milanović will wegen des Umweltskandals in der Region Lika eine außerordentliche Sitzung des kroatischen Parlaments einberufen. Einen entsprechenden Antrag werde er am Dienstag stellen, bestätigte sein Sprecher Nikola Jelić.

Milanović beruft sich dabei auf Artikel 79 Absatz 2 der kroatischen Verfassung. Nach der Geschäftsordnung des Parlaments muss Parlamentspräsident Gordan Jandroković eine außerordentliche Sitzung innerhalb von acht Tagen nach Eingang des Antrags einberufen.


Der Präsident reagierte damit auf die Sitzung des Parlamentsausschusses für Umwelt- und Naturschutz, die am Montag in Gospić stattfand und nach seiner Einschätzung keine konkreten Ergebnisse gebracht hatte. Bereits zuvor hatten Oppositionsparteien Milanović aufgefordert, von seinen verfassungsmäßigen Befugnissen Gebrauch zu machen und eine Sondersitzung zur illegalen Ablagerung gefährlicher Abfälle einzuberufen.


Unterdessen warnt auch der Wissenschaftliche Rat für Natur- und Umweltschutz der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (HAZU) vor den möglichen Folgen der illegalen Deponie. In einer Stellungnahme geht das Gremium auf den Nachweis sogenannter „Ewigkeitschemikalien“ – langlebiger per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen, kurz PFAS – im Grundwasser ein.


Nach Einschätzung des Rates deuten die räumliche Verteilung der nachgewiesenen Schadstoffe und die hydrogeologischen Eigenschaften des Gebietes darauf hin, dass die Verunreinigungen vom Ablagerungsort in Richtung Grundwasser gelangen.


Gleichzeitig betont HAZU, dass die jüngsten Untersuchungsergebnisse keine Kontamination des öffentlichen Trinkwasserversorgungssystems zeigen. Diese Information sei angesichts der öffentlichen Besorgnis besonders wichtig und müsse klar kommuniziert werden.


Als Vorsichtsmaßnahme haben die Behörden zudem damit begonnen, dringend Daten über Wasserversorgungssysteme zu erfassen, die nicht an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen sind.


Der Wissenschaftliche Rat fordert angesichts der festgestellten Bodenbelastung und der dokumentierten lokalen Auswirkungen auf das Grundwasser eine umfassende Sanierung des betroffenen Gebietes sowie eine langfristige Überwachung der Umweltbelastung.


Quelle: HRT

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