Die Stimme Kroatiens

19:36 / 18.11.2020.

Autor: Martina Perković

Heute ist Heldengedenktag

Die Vukovarska Ulica in Slavonski Brod ((Ivica Galovic/PIXSELL)

Die Vukovarska Ulica in Slavonski Brod ((Ivica Galovic/PIXSELL)

Foto: - / Pixsell

Kroatien gedenkt heute der Opfer von Vukovar und Škabrnja. Beide Städte sind im Herbst 1991 serbischen Paramilitärs zum Opfer gefallen. Seit 2020, gilt der 18. November, als offizieller Feiertag in Kroatien.

Während der dreimonatigen Belagerung im Herbst 1991 wurde die Stadt Vukovar in Ost Slawonien fast vollständig zerstört. Die Stadt der Helden wurde zum Symbol des kroatischen Widerstands im Verteidigungskrieg in den 1990er Jahren. Auf die Stadt an der Donau fielen tausende von Granaten. In diesen Gefechten starben 2.717 Soldaten wie auch Zivilisten. Rund 7.000 Personen wurden in Konzentrationslager nach Serbien verschleppt und rund 22.000 wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Unter den Vertriebenen waren natürlich nicht nur Kroaten, sondern auch Menschen die den sogenannten Minderheiten Kroatiens angehören.

An der Erinnerungskolone, für die ursprünglich nur 500 Menschen zugelassen wurden, nahmen auch Parlamentspräsident Gordan Jandroković sowie Premier Andrej Plenković teil. Trotz der herrschenden Epidemie, haben sich der traditionellen Erinnerungskolonne mehrere Tausend Menschen angeschlossen. Die Polizei versuchte die nötigen Abstände herzustellen.

"Dieses Jahr sind es natürlich andere Umstände, aber der Anlass ist der gleiche. Es ist wichtig, dass die Leute teilnehmen und dass wir diesen Tag wie jedes Jahr markieren.“, sagte einer der Besucher.

Eine der Teilnehmerinnen betonte wie wichtig ihr der heutige Tag ist und warum sie jedes Jahr an der Kolonne teilnimmt.

„Ich habe in Vukovar alles verloren, sogar Familienmitglieder und einige von ihnen werden noch immer vermisst. Es bedeutet mir einfach sehr viel. All diese Leute hier bedeuten mir sehr viel und ich hoffe, wir werden nächstes Jahr wieder in Vukovar zusammenkommen."

An der Gedenkfeier nahm auch Veran Matić, der Gesandte des serbischen Präsidenten teil. Er betonte, dass man solidarisch mit den Opfern sei. Wir sind hier um Solidarität für die Familien der Opfer zu zeigen und um noch einmal zu versprechen, dass wir alles tun werden, um die Vermissten zu finden, damit ihre Familien sie in Würde begraben können“, so Matić.

Den Ort Škabrnja in Dalmatien ereilte eine ähnliche Tragödie wie Vukovar. Dort fielen 46 Ortsansässige, darunter 15 Soldaten, ebenfalls am 18. November 1991, serbischen Paramilitärs und der jugoslawischen Volksarmee zum Opfer.

Veteran Predrag Mišić aus Vukovar nahm dieses Jahr an der, wegen des Coronavirus sehr kleingehaltenen, Gedenkfeier in Škabrnja teil. „Vukovar und Škabrnja haben das gleiche durchlebt. Das ist einfach eine Tragödie, vielleicht auch die größte in der kroatischen Geschichte“ sagte Mišić und fügte hinzu, „Ich musste einfach hierher kommen und mich hier verneigen vor all den Opfern. Leider kämpfte mein Bruder für die andere Seite. So ist nun mal das Leben."

(Quelle: HRT)

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