Der 19. Dubrovnik Forum steht ganz im Zeichen der tiefgreifenden geopolitischen Veränderungen und der Frage, wie Europa auf eine zunehmend instabile Weltordnung reagieren soll. Unter dem Motto «Mehr Richtungen, eine Zukunft» versammeln sich in der kroatischen Adriastadt hochrangige Politiker, Minister, Diplomaten und Sicherheitsexperten aus fünf Kontinenten, um über die drängendsten Herausforderungen der internationalen Politik zu beraten.
Am zweiten Konferenztag rücken insbesondere Europas Rolle in einer Zeit von Kriegen, internationalen Spannungen und wachsender Unsicherheit sowie die Beziehungen der Europäischen Union zum Globalen Süden, zu Afrika, Asien und den Staaten des Westbalkans in den Mittelpunkt.
Bereits am ersten Konferenztag dominierten die Folgen einer sich wandelnden Weltordnung die Diskussionen. Im Fokus standen der Krieg in der Ukraine, die Lage im Nahen Osten, die zunehmende geopolitische Rivalität der Grossmächte sowie die Frage, wie Europa seine sicherheitspolitische und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken kann.
Weitere Schwerpunkte sind die Energieversorgung Europas, die Stabilität globaler Lieferketten, Migration, Digitalisierung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz – insbesondere im militärischen Bereich. Insgesamt umfasst das Programm rund zwanzig Podiumsdiskussionen zu sicherheits-, wirtschafts- und technologiepolitischen Themen.
Der kroatische Aussenminister Gordan Grlić Radman bezeichnete den Dubrovnik Forum als Brücke zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West. Gerade in einer multipolaren Welt brauche es offene Gespräche und internationale Zusammenarbeit statt neuer Blockbildungen.
Auch Parlamentspräsident Gordan Jandroković warnte vor einer Weltordnung, in der allein die Stärke entscheide. Internationale Regeln, multilaterale Zusammenarbeit sowie Organisationen wie die Europäische Union und die NATO seien entscheidend, um Frieden, Stabilität und Sicherheit langfristig zu sichern.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist die Zukunft des Westbalkans. Mehrere Panels beschäftigen sich mit den Perspektiven einer EU-Erweiterung sowie den Beziehungen der Europäischen Union zu den Staaten Südosteuropas. Gleichzeitig wird über die Zusammenarbeit mit Afrika und den Ländern des asiatisch-pazifischen Raums diskutiert.
Vertreter aus Afrika mahnten zudem an, dass internationale Aufmerksamkeit nicht ausschliesslich einzelnen Konflikten gelten dürfe. Auch langjährige Kriege auf dem afrikanischen Kontinent hätten schwerwiegende globale Auswirkungen und müssten stärker in den Fokus rücken.
Am Forum nehmen rund zwanzig Vizepremierminister und Minister – darunter zahlreiche Aussenminister – sowie Vertreter internationaler Organisationen und führende Experten teil. Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha sagte seine Teilnahme kurzfristig ab und wird deshalb nicht an der abschliessenden Führungspanel-Diskussion teilnehmen.
Der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković nutzte den Forum zudem für mehrere bilaterale Gespräche mit internationalen Partnern. Die zweitägige Konferenz endet mit einer Debatte über die Zukunft der Europäischen Union und die europäische Perspektive des Westbalkans.
Mit seinem breiten Themenspektrum unterstreicht der Dubrovnik Forum erneut seinen Anspruch, eine internationale Plattform für den Dialog über Sicherheit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die künftige Gestaltung der globalen Ordnung zu sein. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen gewinnt dieser Austausch zunehmend an Bedeutung.