Laut aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen steht Europa bis zum Jahr 2100 vor einem dramatischen demografischen Wandel. Viele Länder auf dem Kontinent werden im Vergleich zu 2025 einen erheblichen Bevölkerungsrückgang verzeichnen. Die Berechnungen berücksichtigen Faktoren wie Geburten- und Sterberaten sowie Migrationsbewegungen.
Osteuropa ist am stärksten betroffen. Die Ukraine wird laut Prognose bis zum Jahr 2100 rund 61 % ihrer Bevölkerung verlieren. Auch in Litauen (-57 %), Lettland (-50 %), Moldawien (-50 %), Polen (-49 %) und Bulgarien (-47 %) sind die Aussichten alarmierend.
Leider ist Kroatien auch eines der Länder mit einem signifikanten Bevölkerungsrückgang. Die Bevölkerung könnte bis zum Ende des Jahrhunderts um 44 % schrumpfen. Ähnlich düstere Aussichten gibt es für die Nachbarländer Bosnien und Herzegowina (-46 %), Montenegro (-38 %) und Serbien (-35 %). In Slowenien wird ein Rückgang von 23 % erwartet, in Nordmazedonien sogar 45 %. Südeuropa bleibt ebenfalls nicht verschont: Griechenland (-37 %), Italien (-40 %) und Spanien (-31 %) sind deutlich betroffen.
Während viele Länder mit sinkenden Bevölkerungszahlen zu kämpfen haben, gibt es auch positive Beispiele. Schweden und das Vereinigte Königreich könnten jeweils um 7 % wachsen, Frankreich um 3 %. Die Schweiz verzeichnet ein leichtes Wachstum von 2 %, während Irland eine stabile Bevölkerungszahl (0 % Veränderung) beibehält. Deutschland, Europas wirtschaftsstärkste Nation, wird hingegen rund 16 % seiner Bevölkerung verlieren.
Die Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Um dem Rückgang entgegenzuwirken, arbeiten die EU und viele ihrer Mitgliedsstaaten bereits an neuen demografischen Strategien. Dazu zählen unter anderem Massnahmen zur Förderung von Geburten, Rückholprogramme für Ausgewanderte sowie gezielte, kontrollierte Einwanderung.
Auch ausserhalb Europas ist der demografische Wandel spürbar: Japan verzeichnet etwa aktuell einen historischen Tiefstand bei der Bevölkerungszahl.