Die Stimme Kroatiens

20:40 / 10.03.2026.

Autor: M.P.

Regierung bremst Spritpreisanstieg – dennoch Sorge vor neuen Preissteigerungen

Steigende Spritpreise
Cijene goriva
Foto: HRT / HTV

Durch niedrigere Steuern und begrenzte Händler-Margen konnte die kroatische Regierung den Preissprung bei Treibstoffen dämpfen. Verbraucherorganisationen warnen jedoch vor möglichen Kettenreaktionen bei Preisen, während Transportunternehmen bereits höhere Transportkosten ankündigen.

Nach einer kurzfristigen Entscheidung der kroatischen Regierung um Premierminister Andrej Plenković sind die Treibstoffpreise zwar gestiegen, jedoch deutlich weniger stark als ohne staatlichen Eingriff. Die Regierung senkte sowohl die Margen für Händler von Erdölprodukten als auch die Verbrauchsteuer auf Diesel, um den Preisanstieg zu begrenzen.


Besonders betroffen ist der sogenannte „blaue Diesel“, der vor allem von Landwirten und Fischern genutzt wird. Sein Preis stieg um 9 Cent pro Liter – ohne die staatlichen Maßnahmen hätte der Anstieg laut Regierung etwa 26 Cent betragen.


Für viele Fischer und Landwirte kommt die Verteuerung dennoch zu einem schwierigen Zeitpunkt. Sie betonen, dass ihre Einnahmen stark von Marktpreisen abhängen und steigende Betriebskosten nur begrenzt weitergegeben werden können.


Verbraucherschützer warnen zugleich vor möglichen Kettenreaktionen bei Preisen. Ihrer Ansicht nach reagieren Händler oft schnell auf steigende Energiepreise, während sinkende Kosten nur selten zu niedrigeren Endpreisen führen. Deshalb sehen sie derzeit keinen objektiven Grund für neue Preissteigerungen bei Produkten.


Transportunternehmen beurteilen die Situation deutlich skeptischer. Vertreter der Branche rechnen damit, dass die Kraftstoffpreise weiterhin steigen könnten und kündigen bereits höhere Transportpreise an. Hintergrund ist unter anderem die unsichere Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport.


Die Regierung betont jedoch, dass die Lage weiterhin beobachtet werde. Laut offiziellen Angaben verfügt Kroatien derzeit über strategische Ölreserven für etwa 90 Tage, sodass kurzfristig keine Versorgungsengpässe erwartet werden.

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