Die Stimme Kroatiens

13:36 / 06.03.2026.

Autor: Antunela Rajič

Serbien rät von Reisen nach Kroatien ab – Reaktionen aus beiden Ländern

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Foto: --- / Shutterstock

Das serbische Aussenministerium hat in dieser Woche ein neues System von Reiseempfehlungen für seine Staatsbürger eingeführt. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes „Ampelsystem“, mit dem Länder nach Sicherheitsrisiken eingestuft werden.

Kroatien wurde in die orange Kategorie eingeteilt. Das bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürgern empfohlen wird, nur dann nach Kroatien zu reisen, wenn dies unbedingt notwendig ist.


In Serbien sind die Reaktionen auf diese Entscheidung unterschiedlich ausgefallen. Ein Teil von Analysten und Medien warnt davor, dass eine solche Empfehlung die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zusätzlich belasten könnte. Andere Stimmen betonen hingegen, dass es sich um eine übliche Praxis handle, mit der Staaten ihre Bürger über mögliche Sicherheitsrisiken bei Auslandsreisen informieren.


In Kroatien stiess die Einstufung auf Kritik. Das kroatische Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten erklärte, Kroatien gehöre zu den sichersten Ländern Europas, und zeigte sich über die serbische Empfehlung enttäuscht.


Auch der kroatische Minister für Tourismus und Sport, Tonči Glavina, bezeichnete die Empfehlung als unbegründet. Die Warnung stehe in Zusammenhang mit den jüngsten militärischen Spannungen im Nahen Osten, habe jedoch aus kroatischer Sicht keinen Bezug zur Sicherheitslage im Land.


Glavina betonte zudem die Bedeutung serbischer Bürger für den kroatischen Arbeitsmarkt und den Tourismussektor. Jährlich arbeiteten rund 20’000 Menschen aus Serbien im kroatischen Tourismus, womit sie zu den wichtigsten ausländischen Arbeitskräften gehörten.


Auch die touristischen Ankünfte und Übernachtungen serbischer Gäste in Kroatien seien in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen – teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Der Minister zeigte sich deshalb überzeugt, dass die Empfehlung aus Belgrad kaum Auswirkungen auf Reisen nach Kroatien haben werde.


Die Präsidentin des Kroatischen Nationalrats (HNV) in Serbien und kroatische Parlamentsabgeordnete Jasna Vojnić warnte jedoch, dass die neue Einstufung die Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten könnte.


Zwar habe jedes Land das Recht, Reiseempfehlungen für seine Bürger zu veröffentlichen, erklärte Vojnić. Gleichzeitig sei es wichtig zu bedenken, welche politischen Signale solche Massnahmen aussenden könnten.


Besonders für die kroatische Minderheit in Serbien könne eine solche Entscheidung Unbehagen auslösen, da viele Menschen enge familiäre und institutionelle Beziehungen zu Kroatien pflegen. Vojnić betonte deshalb, dass mögliche Meinungsverschiedenheiten durch Dialog gelöst und Spannungen reduziert werden sollten.

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