Die Stimme Kroatiens

11:16 / 16.07.2022.

Autor: Tonči Petrić

Rekordinflation von 12,1 Prozent im Juni

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Foto: Ilustracija / Shutterstock

Die Kreditwürdigkeit Kroatiens steigt, während auch die Inflation angestiegen ist.

Nach Angaben des staatlichen Statistikamtes verzeichnete Kroatien im Juni im Vergleich zum Vorjahr eine Rekordinflation von 12,1 Prozent. Das ist die höchste Inflationsrate, seitdem das Statistikamt die Inflationsdaten sammelt. Die Inflation lag im Mai bei 9,4 Prozent und im April bei 10,8 Prozent.


Eine solche Inflationsrate für die Sommermonate hat die kroatische Nationalbank bereits angekündigt, mit verhalten optimistischen Erwartungen für die Zeit bis zum Jahresende. Boris Vujčić, Gouverneur der Kroatischen Nationalbank:


"Wir sehen dies zuerst in Trends bei den Lebensmittelpreisen in den Supermarktketten. Wir erwarten, dass sie im Sommer bei 11 oder 12 Prozent liegen werden und dann Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres zu sinken beginnen", sagte Vujčić.


Wirtschaftsanalyst Mladen Vedriš sagte: "Wir alle würden uns freuen, wenn sich diese Erwartungen bewahrheiten würden, dass dies wirklich der Höhepunkt der Welle ist und nach dieser Zeit ein Rückgang folgt. Völlig unberechenbar ist natürlich die Energieentwicklung. Wenn sich die geopolitische Lage stabilisiert, ist damit zu rechnen, dass die Preise für eine gewisse Zeit noch hoch sein werden. Kommt es jedoch zu einer Rezession und einem Rückgang der Nachfrage, führt dies zwangsläufig zu einem Fall der Preise, das bringt aber jedoch auch andere Folgen mit sich." 


Die Regierung hat für den Herbst ein neues Maßnahmenpaket angekündigt, die parlamentarische Opposition fordert einen selektiven Schutz der Geringverdiener. Sandra Benčić vom Links-Grünen-Block:


"Es ist notwendig, unsere Bürgerinnen und Bürger nach Einkommen und Vermögen in Gruppen einzuteilen und dann gezielt einzelne Maßnahmen zu ergreifen. Wir können keine horizontalen Maßnahmen haben, die viel Geld für diejenigen verschwenden, die es nicht benötigen", und erinnerte Finanzminister Primorac an die Erwartungen bei der Lösung der Inflations-Krise: "Auf welche Weise und mit welchen Maßnahmen wird der neue Minister unseren Haushalten helfen, die am stärksten von der Inflation betroffen sind und von der Energiekrise im Herbst möglicherweise am stärksten betroffen sein werden? Wir wissen das immer noch nicht, weil diese Maßnahmen nicht vorgestellt wurden", erklärte Sandra Benčić.

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