Die Stimme Kroatiens

01:11 / 13.01.2022.

Autor: Tonči Petrić

Insiderhandel bei der kroatischen Zentralbank?

Kroatische Nationalbank

Kroatische Nationalbank

Foto: Robert Anic / PIXSELL

Die kroatische Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen HANFA hat eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob in den letzten 20 Jahren mehr als 40 Mitarbeiter der Kroatischen Nationalbank mit Wertpapieren von Banken gehandelt haben, die von der kroatischen Nationalbank beaufsichtigt werden. 

In den letzten zwanzig Jahren haben mehr als 40 Mitarbeiter der Kroatischen Nationalbank HNB mit Wertpapieren von Banken gehandelt, die von der kroatischen Nationalbank beaufsichtigt werden, berichtete das Nachrichten-Portal index.hr gestern. Das Portal behauptet, dass insgesamt mehr als 400 Transaktionen im Wert von mehr als zehn Millionen Kuna verzeichnet wurden. Zu den Händlern gehörten unter anderem der Zentralbankgouverneur Boris Vujčić und seine Stellvertreterin Sandra Švaljek. Die Zentralbank sagte gestern, ihre Mitarbeiter hätten keine Gesetze gebrochen. Aus diesem Grunde ersuchte die Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Finanzen und Haushalt Grozdana Perić von der HDZ Partei am Mittwoch vom Gouverneur der kroatischen Nationalbank HNB eine Erklärung in Bezug auf den angeblichen Insiderhandel.


"Da stellt sich die Frage, was alles in den letzten 20 Jahren geschehen ist und da ist es normal, dass der parlamentarische Ausschuss vom Gouverneur hierzu eine Erklärung ersucht. Da muss geschaut werden, ob gesetzte verändert worden sind, was legal war und was nicht und ob jemand Gesetzte gebrochen hatte. Bis ich keine Erklärung bekomme, kann ich nichts Konkretes dazu sagen. Ich denke, der Gouverneur wird bis Ende dieser Woche auf jeden Fall eine Erklärung dazu geben", erklärte Grozdana Perić.


Die HANFA wird nach Beweisen für Insiderhandel suchen und prüfen, ob die Angestellten der kroatischen Nationalbank HNB Gesetze und Verordnungen gebrochen haben.


Premierminister Andrej Plenković und Abgeordnete der Sozialdemokraten haben diesen Vorfall auch kommentiert: "Im Moment habe ich so viele Informationen zu dieser Angelegenheit wie Sie. Aufgrund ihrer regulatorischen Rolle wird die HANFA, die kroatische Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen, diese Angelegenheit wahrscheinlich untersuchen. Danach werden wir ein klareres Bild haben", sagte Plenković, während die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten Ivana Posavec Krivec forderte, dass der Vorstand der Nationalbank zurücktreten sollte: "Wir haben gestern und heute erklärt, dass die Situation in der Kroatischen Nationalbank inakzeptabel ist. Wie unsere anderen Oppositionskollegen erwarten wir auch eine Antwort. Am besten wäre es, wenn der Vorstand der kroatischen Nationalbank von selbst zurücktritt."

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