Die Stimme Kroatiens

19:48 / 21.04.2022.

Autor: Tonči Petrić

Parlament: Debatte um angekündigten Boykott des Präsidenten

Abgeordnete der Opposition im kroatischen Parlament

Abgeordnete der Opposition im kroatischen Parlament

Foto: Patrik Macek / PIXSELL

Der gestrige verbale Konflikt zwischen dem Präsidenten und dem Premierminister ist auch am Donnerstag noch eines der Hauptthemen in der kroatischen Tagespolitik.

Der vom Premierminister angekündigte Boykott des Präsidenten wird die Arbeit der Minister in der Regierung nicht beeinträchtigen, sagen einige Parlamentarier der Regierungskoalition, während für die Mehrheit der Opposition die Aussagen sowohl des Präsidenten als auch des Premierministers unangemessen sind. 


Laut Außenminister Gordan Grlić Radman versucht Präsident Milanović mit seinen Äußerungen die kroatische Regierung zu destabilisieren: "Das verwendete Vokabular ist beispiellos. Ich bin angewidert von diesem Vokabular."


Radman äußerte sich auch zur Zusammenarbeit mit dem Präsidenten bei der Ernennung von Botschaftern: "Wir sind eigentlich Gefangene seines Willens, Eigenwillens, weil er letztendlich die letzte Unterschrift dafür gibt und entscheidet, unterdessen funktionieren die Botschaften normal.


Der unabhängige Abgeordnete Hrvoje Zekanović, der laut Milanović vom Premierminister gekauft wurde, forderte den Präsidenten auf, sich auf Drogen testen zu lassen: "Besteht die Möglichkeit, dass Zoran Milanović unter irgendwelchen Stimulanzien ist? Denn es scheint, dass sein Verhalten sicherlich davon abhängt, was er trinkt, raucht oder irgendetwas anderes konsumiert."


Für den Vorsitzenden des parlamentarischen Verteidigungsausschusses, Franko Vidović, müssen Premierminister und der Präsidenten hart, aber notwendig zusammenarbeiten: "Ich denke, die Botschaft des Ministerpräsidenten ist falsch, wenn er sagt, dass er nur in schriftlicher Form mit ihm kooperieren wird. Sie werden über Fragen der Verteidigung und in Fragen der Außenpolitik enger zusammenarbeiten müssen."


Nikola Grmoja von der MOST Partei: "Ich denke, dass sich beide in diesem Moment unverantwortlich verhalten und ihre persönlichen Feindseligkeiten über die Interessen des Staates und über die Interessen der kroatischen Bürger gestellt haben."


Stipo Mlinarić von der Heimatbewegung stimmt dem hinzu: "Dies ist ein unangemessenes Verhalten von Herrn Milanović und Herrn Plenković. Für dieses Land wird das nichts Gutes bringen."


Ivana Kekin vom linksgrünen Partei „Možemo“ glaubt, dass der Premier und der Präsident verbale Gewalt anwenden: "Diese Macho-Aggression, mit der sie sich gegenseitig und Abgeordnete und andere Personen aus dem öffentlichen Leben ansprechen, sind Dinge, die wir Kindern in der Kita beibringen, sich nicht so zu verhalten, wie die höchsten Amtsträger dieses Landes manchmal miteinander kommunizieren."


Als Gesellschaft müssen wir anfangen, diese Art von Aggression zu verurteilen, fügte Kekin hinzu.

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