Die Stimme Kroatiens

20:27 / 03.05.2022.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Milanović: "Wir haben eine verräterische Regierung"

Zoran Milanović, Kroatischer Präsident

Zoran Milanović, Kroatischer Präsident

Foto: Ivica Galovic / PIXSELL

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat davor gewarnt, dass der kroatische Präsident Zoran Milanović wegen seiner Ansichten zu Russland und der Ukraine bald mit Vergeltungsmaßnahmen aus Kiew konfrontiert sein wird.

Während der Krieg in der Ukraine andauert, hat Moskau heute ein Ausfuhrverbot für Waren und Rohstoffe in westliche Länder, die Sanktionen gegen Russland verhängt haben, beschlossen.


Unterdessen hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew davor gewarnt, dass der kroatische Präsident Zoran Milanović wegen seiner Ansichten zu Russland und der Ukraine bald mit Vergeltungsmaßnahmen aus Kiew konfrontiert sein wird.


Präsident Milanović hat heute seine Position zum NATO-Beitritt Finnlands bekräftigt, sich aber auch zu den Drohungen geäußert.


„Ich habe mit Russland nichts zu tun. Als der Chef von Gasprom Zagreb besuchte, habe ich es abgelehnt mich mit ihm zu treffen. Er hat nämlich das Protokoll nicht befolgt. Ich habe keine Angst vor diesen Drohungen. Weder habe ich Angst vor den Russen noch vor den Ukrainern. Die Russen spielen ihr Spiel. Sie sind in diesem Krieg der Aggressor. Und wir hier in Kroatien haben eine Clique an der Macht, die aktiv gegen die Interessen der kroatischen Bürger in Bosnien-Herzegowina arbeitet. Als ich zum Präsidenten gewählt wurde, habe ich den Eid auch zu ihrem Schutz abgelegt. Und dafür werde ich, wenn nötig, politisch sterben. Als Präsident Kroatiens, und jemand, der Kroatien auf dem NATO-Gipfel repräsentiert, werde ich ein Veto auf die NATO-Einladung an Finnland einlegen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das durchführen kann. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich den kroatischen Botschafter dazu bringen kann, dass er bei der Sitzung des Rates der Botschafter, dass ebenfalls eine Einladung entsenden kann, dass er meine Position einnimmt. Der Botschafter müsste neutral sein. Dann müsste aber die Regierung absolut und bedingungslos, ohne dass das kroatische Problem gelöst ist, diese Länder in die NATO einladen. Das wäre dann Verrat. Sollte es so weit kommen, werde ich jeden Abgeordneten, der für die Ratifizierung dieses Abkommens stimmt, wie der Teufel sündige Seelen verfolgen. Das werde ich machen, sollte sich das Wahlgesetz in Bosnien-Herzegowina nicht ändern, und der Terror gegen Kroaten in diesem Land nicht aufhören. Und es ist mir egal, ob mich die drittklassigen Halbidioten aus dem Bundestag einen extremen Nationalisten und Chauvinisten nennen. Wir haben eine verräterische Regierung, die das kroatische Volk in Bosnien –Herzegowina verrät. Dabei möchten die Kroaten in diesem Land nur sehr wenig - Die Grundlagen der Gleichberechtigung.“


Auf die Erklärung des Präsidenten gab es eine Reihe von Reaktionen.


Folgendes sagten dazu Zvonimir Troskot aus der Most-Partei:


„Ich denke, es ist höchste Zeit, dass wir uns für unsere Kroaten in Bosnien-Herzegowina einsetzten. Das ist für uns von strategischem und nationalem Interesse. Das ist der einzige Weg, damit wir unseren Verbündeten und der gesamten Europäischen Union zeigen, dass wir mit der deutschen Außenpolitik nicht einverstanden sind. Wenn das Sicherheitsproblem in Nordeuropa angegangen werden soll, sehen wir keinen Grund, warum dasselbe Problem auch nicht im Südosten Europas angegangen werden kann.“


Sandra Benčić vom Links -Grünen-Block erklärte: „Die Verknüpfung des NATO-Beitritts Finnlands und Schwedens mit der Frage des Wahlgesetzes in Bosnien und Herzegowina ist unserer Meinung nach, nicht der richtige Weg. Wir sind der Ansicht, dass das Abkommen von Dayton zumindest rekonstruiert werden muss, um die Gleichheit aller Bürger zu gewährleisten und dass, wenn alle dort lebenden Nationen ihre Vertreter wählen können, die Kroaten das auch tun können.“


Der kroatischen Außenminister Gordan Grlić Radman kommentierte ebenfalls die Äußerungen des Präsidenten.


"Wir sind ziemlich ratlos, und ich wage zu sagen, entsetzt über die verwendete Sprache … Verräter, ein Wort, das in demokratischen Ländern selten zu hören ist. Ich kann Ihnen sagen, dass dieses Wort 1945 gebräuchlich war, als alle kroatischen Patrioten als Verräter galten. Der Präsident benimmt sich wie ein Polizist aus dem Jahr 1945, der Menschen aus ihrer Kirche vertreiben will, nur weil sie gläubig sind", betonte Gordan Grlić Radman.


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