Die Stimme Kroatiens

11:45 / 07.05.2022.

Autor: Tonči Petrić

Milanović: Kroatien muss seine Position ausnutzen, um den Kroaten in Bosnien-Herzegowina zu helfen

Präsident Zoran Milanović

Präsident Zoran Milanović

Foto: Srecko Niketic / PIXSELL

Die zentrale Wahlkommission in Sarajevo hat am Mittwoch entschieden, dass die Parlamentswahlen in Bosnien-Herzegowina am 2. Oktober nach dem alten Wahlsystem stattfinden. Dies bedeutet, dass die bosnischen Muslimen im Land die politischen Vertreter für die kroatische Bevölkerung wählen.

Nachdem der politische Vertreter der Bosniaken Bakir Izetbegović erklärt hatte, dass er von der EU einen weiteren Versuch zur Änderung des Wahlgesetzes in Bosnien-Herzegowina erwarte - dies aber zu keinem Ergebnis führen werde - drückte Präsident Zoran Milanović erneut seine Besorgnis über die mangelnde Gleichberechtigung der Kroaten in Bosnien-Herzegowina aus.


Izetbegović sagt, Plenković habe Verbindungen in Brüssel, aber dass sie alle umsonst sind. Zunächst einmal haben Plenković noch ich "Verbindungen" in Brüssel. Plenković ist Premierminister eines vollen Mitgliedes der Europäischen Union und das ist ein großer Unterschied. "Verbindungen" sind für den Schwarzmarkt. Wir haben einen Status und den müssen wir nutzen. Ich werde mich durch alle verfügbaren Institutionen energisch dafür einsetzen, dass dieses Problem in ganz Europa und der ganzen Welt bekannt wird. Ich werde es auf jede erdenkliche Weise versuchen zu lösen, einschließlich durch eine Blockade dieser Länder in die EU, falls diese Länder sich jemals für diesen Weg entscheiden sollten. Und dabei erwarte ich die volle Unterstützung von Herrn Plenković, obwohl er hierzu noch Stellung beziehen muss."


Milanović sagte des Weiteren, dass die Situation in Bosnien-Herzegowina leicht außer Kontrolle geraten könnte und dass dieses Thema eine höhere Priorität habe, als der Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO. Der Präsident hat bereits angekündigt, dass er gegen den Beitritt zum Bündnis sein Veto einlegen wird, wenn das Wahlsystem in Bosnien-Herzegowina nicht vorher reformiert werde.


„Kroatien ist als NATO- und EU-Mitglied beunruhigt und besorgt über die Lage in Bosnien-Herzegowina. Die Lage kann sicher außer Kontrolle geraten, aber nicht in einen totalen Krieg, aber definitiv außer Kontrolle. Ist das nicht ein berechtigtes Sicherheitsinteresse? Ich denke, dass dies eine größere Bedrohung darstellt als Russland gegen Finnland", sagte Milanović am Freitag gegenüber Journalisten.


Quelle: HRT

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