Die Stimme Kroatiens

17:54 / 08.09.2022.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Kroatien und die Türkei vertreten unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Wahlen in BiH

Zoran Milanović und Recep Tayyip Erdoğan bei einer Rressekonferenz

Zoran Milanović und Recep Tayyip Erdoğan bei einer Rressekonferenz

Foto: Goran Stanzl / Pixsell

In Sisak wurde die erste Öko-Moschee in diesem Teil Europas eröffnet.

Auf Einladung von Präsident Zoran Milanović stattete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Kroatien heute einen Besuch ab. 


Zuvor war er in Belgrad und Sarajewo. 


Nach den Gesprächen zwischen den beiden Präsidenten in Präsidentenbüro in Zagreb folgte die Eröffnung einer Moschee und eines islamischen Zentrums in Sisak.


Das Islamische Zentrum steht allen offen, die sich für Islam, islamische Kultur und Kunst interessieren, hieß es bei der Eröffnung.


Das Gebäude verfügt über insgesamt 2349,70 Quadratmeter Nutzfläche. 


In ihm befindet sich eine Moschee (Gebetsraum) mit einer Fläche von 600 Quadratmetern, Klassenzimmer, ein Jugendclub, einen Kongresssaal für Vorträge, Hochzeiten und andere Anlässe, ein Restaurant, eine Bibliothek mit Lesesaal und ein Wohnraum.


Das Interessante am Islamischen Kulturzentrum in Sisak ist, dass es die erste Öko-Moschee in diesem Teil Europas hat. 


Neben LED-Beleuchtung und Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen sind auf dem flachen Teil des Daches Sonnenkollektoren und 30-kW-Photovoltaikzellen installiert, die Strom produzieren.


Das türkisch-kroatische Wirtschafts-Forum war auch ein wichtiger Teil dieses Besuchs.


Milanović und Erdoğan diskutierten unter anderem über das Wahlgesetz in Bosnien und Herzegowina, über das Kroatien und die Türkei verschiedene Ansichten haben.


Der kroatische Präsident Zoran Milanović betonte diesbezüglich:


„Ich weiß nicht, wie die Wahlen in Bosnien-Herzegowina ausgehen werden. Ich habe mein Bestes gegeben, und mehr als das noch. Ich weiß aber nicht, was der hohe Repräsentant machen wird. Bisher hat er nichts getan. Sollte sich das ändern, wäre ich zufrieden. Und darin unterscheiden sich Herr Erdoğan und ich bzw. die Türkei und Kroatien. Aber das zeigt, dass wir mehr substanzielle Gespräche brauchen.“


Zu den Gründen der Probleme in Bosnien-Herzegowina sagte der kroatische Präsident Zoran Milanović, dass der Hohe Repräsentanten ohne die Zustimmung aller Mitglieder des Sicherheitsrates gewählt wurde, was ihm in jeder Hinsicht die Legitimität abspricht.


Sein türkischer Amtskollege Erdoğan ist der Meinung, dass der Hauptgrund für die Probleme in Bosnien-Herzegowina das Dayton-Abkommen ist, mit dem seiner Meinung nach nicht einmal Alija Izatbegović zufrieden gewesen sei, es aber unterschrieben werden musste.


Vor zwei Tagen hatte Erdogan bereits in Sarajewo gegen den Eingriff des hohen internationalen Repräsentanten Christian Schmidt in das Wahlgesetz von Bosnien-Herzegowina protestiert.


Heute wiederholte er in Zagreb, dass über die Zukunft von Bosnien und Herzegowina die Vertreter der drei dortigen Völker entschieden sollten.


"Wir haben in Bosnien-Herzegowina Vertreter, die die drei Völker vertreten und ich glaube, dass sie über die Zukunft Bosniens entscheiden sollten. Es gibt bestimmte Mechanismen in dem auch wir, damit meine ich Kroatien und die Türkei, uns befinden. Und es gibt da noch einen trilateralen Mechanismus mit Serbien. Nach den Wahlen am 2. Oktober können wir uns öfter treffen und diesen Prozess beschleunigen. Denn die Einheit und Integrität Bosniens ist von großer Bedeutung", kommentierte der türkische Präsident.


Die Ehefrauen des kroatischen und des türkischen Präsidenten, Sanja Musić Milanović und Emine Erdoğan, besuchten heute die Grundschule Matija Gubec in Zagreb, wo sie an einer gemeinsamen Schulstunde des islamischen und römisch-katholischen Religionsunterrichts teilnahmen. 

In der Schulpause hörten die Schüler traditionelle türkische Musik und in der Schulküche standen türkische Gerichte auf dem Speiseplan.



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