Ministerin für auswärtige und europäische Angelegenheiten Marija Pejčinović Burić (Foto: HRT) Ministerin für auswärtige und europäische Angelegenheiten Marija Pejčinović Burić (Foto: HRT)

Ihrer Meinung nach seien die Anschuldigungen völlig unangebracht und würden nur das Unwissen über die Funktionsweise kroatischer Institutionen innerhalb der EU demonstrieren. Des Weiteren erklärte Pejčinović Burić:

„Das was gesagt wurde ist wirklich unangebracht, vor allem in Bezug auf die Regierung und das Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten und ihrer Arbeit im Kontext der Verhandlungen mit Serbien. Ebenfalls bezüglich des Ausbaus guter nachbarschaftlicher Beziehungen mit allen umliegenden Staaten und somit auch mit Serbien. Wir sind eine Regierung die sich bewusst ist über die offenen Fragen und deren Gewichtung. Außerdem ist uns bewusst, dass solche Fragen durch verschiedene Foren gelöst werden müssen. Insbesondere im Interesse Kroatiens."

Auch Parlamentspräsident Gordan Jandroković reagierte harsch auf die geäusserten Vorwürfe Nikola Grmojas.

„Auch so macht Serbien kaum Fortschritte bezüglich des EU Beitritts. Sie stehen quasi auf der Stelle. Und nun sollen wir hier in Erscheinung treten und uns negativ kritisieren bzw. sanktionieren lassen wie damals Slowenien als sie unseren Beitritt bremsten. Das ist absolut unangebracht. Das macht nur jemand der von Politik keine Ahnung hat, dumm oder einfach nur böse ist."

In der Zwischenzeit hat die Kommission für Interessenkonflikte den Antrag der Vereinigung der Kriegsopfer, gegen Ministerin Pejčinović Burić, abgelehnt. Die Vereinigung warf ihr vor, durch ihre einstige Arbeit am Projekt zum schnelleren EU Beitritt Serbiens, ihre jetzige Position in der Kommission der Regierung nicht erfüllen zu können. Derzeit ist sie die Vorsitzende der Kommission der Regierung, zur Prüfung ob Serbien alle nötigen Schritte unternimmt Kriegsverbrechen zu bestrafen.

„Der Inhalt des Projekts ist gänzlich unterschiedlich vom Inhalt der Aufgabe der Kommission die von der Regierung Kroatiens ernannt wurde. Ich bin der Meinung, dass die Beauftragte als internationaler Experte der von der Europäischen Kommission auf Grundlage einer Ausshreibung beauftragt und bezahlt wurde, in keinster Weise ein persönliches Interesse daraus gezogen hat die im Gegensatz zu den Interessen und der Politik Kroatiens stehen", erklärte Tatijana Vučetić, Mitglied der Kommission zur Prüfung von Interessenkonflikten.

Indes verkündete die die konservative Partei HRAST bei einer Pressekonferenz, dass Kroatien den Zugang Serbiens in die EU versperren muss. Laut Ruža Tomašić und Hrvoje Zekanović müssen erst alle offenen Fragen, wie die Grenze und Kriegsentschädigungen, mit Kroatien gelöst werden. Ausserdem wüsste ihres Erachtens die EU zu wenig über die Geschehnisse in Kroatien zu Beginn der 90er Jahre.

Dazu Ruža Tomašić, EU Parlamentsabgeordnete:

„Wenn wir bisher nicht vermittelt haben was während des Heimatkrieges passiert ist, wie können wir dann erwarten, dass sie auf unserer Seite sind. Denn viele von ihnen denken noch immer, dass das ein Bürgerkrieg war und daran sind alle bisherigen Regierungen schuld."

Hrvoje Zekanović fügte hinzu, dass Premier Plenković die Vorwürfe verwerfen und kritisieren solle und nicht verliebt nach Brüssel sieht. „Er soll von der internationalen Gemeinschaft ersuchen, dass eine der Bedingungen für den serbischen EU Beitritt die Lösung aller Streitfragen mit Kroatien ist", forderte Zekanović abschließend.

Quelle: HRT