26. Kongress der Europäischen Volkspartei (Foto: HRT) 26. Kongress der Europäischen Volkspartei (Foto: HRT)

Die EVP gab ihm die Zustimmung mit 93 Prozent. Tusk tritt sein Amt am 1. Dezember an. Am Tag zuvor scheidet er als EU-Ratspräsident aus. In einem exklusiven Interview für den kroatischen Rundfunk sagte Tusk, dass die Europäische Union die beste politische Erfindung sei. Nur sie könne das Ungleichgewicht zwischen den Mitgliedstaaten ausbalancieren.

„Ich bin ein 62 jähriger Pole und kann mich folglich sehr gut an den Kommunismus erinnern. Das war eine Zeit zweierlei Geschwindigkeiten in Europa. Wenn sie hinter dem Eisernen Vorhang gelebt hast, dann weißt du was das bedeutet. Das heutige Problem ist ganz normal, denn wir haben Länder verschiedenster Größen und das sei eben von Bedeutung in der Politik“, sagte Tusk weiter.

In seiner Abschlussrede dankte der Vorsitzende der HDZ und Premierminister Andrej Plenković allen für ihre Teilnahme. Außerdem sagte Premier Plenković in seiner Rede:

„Ich bin der festen Überzeugung, dass Europa seine Bürger schützen und bei Sicherheitsherausforderungen zusammenarbeiten muss, die von seinen Mitgliedern allein nicht gelöst werden können. Wir brauchen eine umfassende Migrationspolitik und ein funktionierendes Asylsystem, das den vollständigen Schutz unserer Außengrenzen, die Bekämpfung der illegalen Einwanderung und des Menschenhandels unter Wahrung der Grundsätze der Solidarität und der Menschlichkeit gewährleistet."

Die EVP diskutierte zudem über die Erweiterungspolitik. Die Weigerung, offizielle EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien einzuleiten, sei ein "strategischer Fehler", sagte der scheidende EVP-Chef Joseph Daul. Die Länder des Westbalkans benötigten "eine klare europäische Perspektive".

Tusk, hatte die ausbleibenden Beitrittsverhandlungen am Vorabend als "große Enttäuschung" bezeichnet. Auch der Gastgeber des Parteitags, Premierminister Andrej Plenković, plädierte für eine rasche Aufnahme von Beitrittsgesprächen.