Franjo Akmadža, Vorsitzender des Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V. (Foto: Mario Koturić) Franjo Akmadža, Vorsitzender des Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V. (Foto: Mario Koturić)

Interview mit Franjo Akmadža, Vorsitzender des Kroatischen Weltkongress in Deutschland

1. Das Kultur- und Vereinsleben ist aufgrund der Krise seit einem Jahr stark eingeschränkt. Wie gelingt es dem Kroatischen Weltkongress in Deutschland und seinen Mitgliedern, unter diesen Umständen, den Integrationsprozess zu fördern und die kroatische Kultur zu bewahren?

"Auch der Kroatische Weltkongress in Deutschland mit seinen Mitgliedern nutzt vermehrt die Möglichkeiten der digitalen Welt. Vieles findet bei Online-Treffen statt. Es werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht und ggf. Hilfestellungen gegeben. Auch die Treffen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration oder auch mit der Bundeskanzlerin sind online erfolgt und es lief sehr gut. Trotz dessen fehlt natürlich das persönliche Treffen. Das Vereinsleben besteht aus dem persönlichen Kontakt. Einen Fußballverein oder Kulturverein kann man nicht lange „Online“ am Leben halten. Doch die Vereine verstehen die jetzige Situation und bereiten sich auf die Zeit nach der Pandemie vor."

2. Wo sehen Sie derzeit für die Vereine die größten Herausforderungen?

"Viele Vereine haben durch z.B. kulturelle Veranstaltungen Einnahmen generiert, die jetzt wegbrechen. Viele der Vereine werden nach der Pandemie ohne Geld auskommen müssen. Zudem stellt sich die Frage, wieviele der Vereinsmitglider wieder aktiv in den Vereinen sein werden, da es durch die lange Zeit der Pandemie eine Art Abgewöhnung gab."

3. Worin besteht die größte Herausforderung während der Pandemie für den Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V.?

"Die Herausforderungen für den Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V. unterscheiden sich nicht wesentlich von seinen Mitgliedern. Uns fehlt der persönliche Kontakt zu Behörden/Institutionen und z.B. den Mitgliedern des Deutschen Bundestags. Die Gespräche waren immer sehr wertvoll und nützlich."

4. Gibt es Dinge, die sich durch die Krise vielleicht sogar verbessert haben?

"Die Möglichkeit, einige Dinge doch über Web-Konferenzen zu erledigen und damit eine höhere Effizienz zu generieren."

5. Welche Rückmeldungen der verschiedenen Vereine gibt es während der Krise an den Kroatischen Weltkongress in Deutschland e.V.? 

"Die meisten Vereine stellen sich die Frage, wann es wieder weitergeht. In letzter Zeit hatten die Vereine auch einiges zu tun nach dem verheerenden Erdbeben in Kroatien. Viele Vereine haben mit ihren Mitgliedern eine enorme Arbeit geleistet. Es wurden Hilfsgüter gesammelt und es wird beim Wiederaufbau geholfen. Das ist ein Beweis, dass das Vereinsleben noch da ist und Solidarität einen hohen Stellenwert einnimmt."

6. Gibt es etwas, das Sie sich derzeit unterstützend vom Land wünschen würden? 

"Sobald die Infektionszahlen es zulassen, die Beschränkungen, sobald es geht, wieder aufzuheben."

7. Was ist Ihr Rat in dieser Zeit an die in Deutschland lebenden Kroaten?

"Sich an die geforderten Maßnahmen der Bundesregierung zu halten und gesund zu bleiben. Nach der Pandemie benötigen wir alle Mitglieder um weiterzumachen."