Präsident Zoran Milanović (Foto:HRT) Präsident Zoran Milanović (Foto:HRT)

Nach zwei Jahrzehnten feiert Kroatien heute zum ersten Mal wieder den Tag der Staatlichkeit am 30. Mai.

Am 30. Mai 1990 wurde in Kroatien das erste Mehrparteienparlament eingeweiht.

Von 2001 bis einschließlich 2019 war der 25. Juni der Tag der Staatlichkeit.

Die heutigen Feierlichkeiten begannen auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb.

Anschließend folgten unter anderem eine Wachablösung der Ehrengarde sowie ein musikalisches Programm auf dem Markusplatz.

Der kroatische Präsident Zoran Milanović nahm an der heutigen offiziellen Feier nicht teil und nannte sie eine Wahlveranstaltung der HDZ.

Er begründete: "Dies ist eine Wahlveranstaltung. Ich boykottiere nichts. Die regierende politische Partei erfüllt lediglich ein Versprechen, das sie gegeben haben. An diesem Tag vor 30 Jahren wurde ein demokratisch gewähltes Mehrparteienparlament konstituiert, in dem eine politische Option, die absolute Mehrheit hatte, für die wiederum eine relative Minderheit der kroatischen Bürger stimmte. Daher kann es sich nicht um einen Feiertag aller kroatischen Bürger handeln. Es gab andere Möglichkeiten, mindestens zwei oder drei. Dieses Datum als Feiertag der kroatischen Staatlichkeit hervorzuheben ist sehr prätentiös."

Daraufhin entgegnete Premierminister Andrej Plenković: "Ich finde es schlecht, dass der Präsident so über die positiven gesetzlichen Bestimmungen des Parlaments spricht. Wir wissen sehr gut, dass die SDP-Regierung im Jahr 2001 beschlossen hatte, den Tag der Staatlichkeit am 25. Juni zu begehen, was ebenfalls ein wichtiger Tag ist. Aber das heutige Datum markiert einen Anfang und deshalb bedauere ich, dass der Präsident so schlecht über ein so entscheidendes Datum für den modernen kroatischen Staat spricht. Doch bin ich zuversichtlich, dass er seine Meinung bis zum Ende seiner Amtszeit ändern wird."