Schäden nach dem Erdbeben in der Zagreber Innenstadt (Foto: Sanjin Strukic/PIXSELL) Schäden nach dem Erdbeben in der Zagreber Innenstadt (Foto: Sanjin Strukic/PIXSELL)

Seit nun vier Tagen wird der Schaden durch das Erdbeben vom Sonntagmorgen, geschätzt. Mittlerweile haben die Seismologen mehr als 90 Beben verzeichnen können, die nicht nur im Zentrum der Stadt erheblichen Schaden angerichtet haben. Insbesondere in den umliegenden Ortschaften die in unmittelbarer Nähe des Epizentrums sind, wurden verheerend Schäden gemeldet. Inzwischen wurden mehr 20.000 Schäden registriert.

Eine Person ist verstorben, rund zwanzig wurden verletzt und Hunderte mussten eine alternative Unterkunft finden. Neben Wohngebäuden wurden Sakralbauten, Krankenhäuser, Theater, Museen, Bildungseinrichtungen und Gebäude öffentlicher Einrichtungen beschädigt.

Bürgermeister Milan Bandić hat nach dem Erdbeben, für die Stadt Zagreb und die umliegenden Gebiete den Katastrophenfall ausgerufen.

Obwohl es verschiedene Arten von Erdbeben gibt, sind die häufigsten und zerstörerischsten die tektonische Erdbeben. Sie entstehen, wenn die angesammelte potentielle Energie infolge von Spannungen zwischen Platten der Lithosphäre oder zwischen Gesteinsschollen schlagartig durch einen Bruch frei wird. Erdbeben dieser Gruppe sind an die jungen tektonischen Zonen der Erde gebunden, was in Anbetracht ihrer Entstehung nicht verwundert. Der größte Teil aller Erdbeben, etwa 90 %, gehört zur Gruppe der tektonischen Beben. Erdbeben sind jedoch keine Seltenheit und treten täglich auf.

In Kroatien verzeichnen Seismologen jährlich über 10.000 Erdbeben. Die Mehrzahl ist nicht stark, daher werden Berichte nur über diejenigen veröffentlicht, die für Menschen spürbar und beängstigend sind, was etwa 50 pro Jahr entspricht, betont Tomislav Fiket aus dem kroatischen Erdbebendienst.

Die seismisch aktivsten Gebiete in Kroatien sind das Gebiet Zagreb, Süddalmatien und das Gebiet Rijeka. Somit sind dort immer Beben zu erwarten. Die Stadt Zagreb liegt somit am Kontakt großer tektonischer Einheiten - der Alpen, des Pannonischen Beckens und des Dinarischen Gebirges -, weshalb die Gefahr schwerer Erdbeben wie die der Stärke 6,3 aus dem Jahr 1880 besteht.

Die Vorsitzende der kroatischen Kammer der Bauingenieure, Nina Drain Lovrec sagte, dass freiwillige Statiker und Bauingenieure rund um die Uhr, trotz der Gefahr durch das Coronavirus, arbeiten. „Sie leisten eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe die Zeit benötigt, und somit bitten wie die Bürger um etwas Geduld.“

Bis Mittwoch wurden bereits mehr als 2000 Objekte begutachtet, jedoch ist schwer abzuschätzen wie lange es noch dauern könnte die Daten zu sammeln.

Quelle: HRT