Josip Aladrović, Minister für Arbeit und Rentensystem (Foto: Patrik Macek / PIXSELL) Josip Aladrović, Minister für Arbeit und Rentensystem (Foto: Patrik Macek / PIXSELL)

Die Lehrkräfte fordern eine Erhöhung des Koeffizienten der Jobkomplexität, einer Komponente bei der Berechnung der Gehälter im öffentlichen Sektor. Die Regierung lehnte die Forderung der Gewerkschaften nach einer Erhöhung um sechs Prozent ab.

Josip Aladrović der Minister für Arbeit und Rentensystem sagte hierzu: "Wir haben uns an der finanziellen Nachhaltigkeit und finanziellen Verantwortung gegenüber dem Staatshaushalt gehalten. Dies war das Maximum, das wir erreichen konnten. Wir verfolgten auch einen systemischen Ansatz. Die Gewerkschaften sagen, dass sich der Koeffizient für die Arbeitsplatzkomplexität ändert muss. Dieser Punkt war in den Verhandlungen nicht vorgesehen, sodass diese Forderung für uns inakzeptabel war. Wir haben jedoch einen alternativen Ansatz vorgestellt, der das Einkommen von Lehrern an Grund- und weiterführenden Schulen verbessern würde. Dies reichte den Gewerkschaften jedoch nicht aus und sie lehnten unser Angebot ab. "

Die Regierung hat den Lehrern eine Gehaltserhöhung um 2 Prozent rückwirkend zum 1. Oktober angeboten und eine weitere Gehaltserhöhung weitere zwei Prozent zum 1. Juni 2020.

Branimir Mihalinec von der unabhängigen Gewerkschaft der Schulangestellten kritisiert das Verhalten der Regierung: „Was gefährlich und nicht gut ist, dass die Regierung den Lehrern eine Botschaft sendet, dass ihre Arbeit am wenigsten komplex von allen Jobs angesehen wird, die von Menschen mit einem Hochschulabschluss in diesem Land ausgeübt werden. Wir werden den Druck aufrechterhalten, solange wir können und solange unsere Mitglieder wollen und solange die Regierung die Regeln für die Koeffizienten der beruflichen Komplexität nicht ändert. Die Regierung ist jetzt am Zug."

Sanja Šprem von Gewerkschaft der kroatischen Lehrer forderte alle Mitglieder der Gewerkschaften, aber auch die Nichtmitglieder auf, diesen Streik nachdrücklich zu unterstützen: „Dies ist eine Gelegenheit, für unseren Berufszweig eine bessere Postion zu erzielen und das Bildungssystem in unserem Land zu verbessern. Ich appelliere an die Eltern, etwas Verständnis für die Lehrer zu haben und auf ihre Kinder einzugehen, wenn sie in der Schule sind. Sie müssen verstehen, dass der Lehrerberuf nicht der am wenigsten bezahlte Tätigkeit im öffentlichen Sektor sein kann. Ich fordere sie auf Verständnis zu zeigen und unseren Streik zu unterstützen."

Bildungsministerin Blaženka Divjak unterstützt die Gewerkschaften bei ihren Forderungen. Sie sagte, die Sicherheit der Kinder und dass die Eltern gut informiert seien, habe Priorität. Sie bat die Eltern um Geduld und forderte die Schulleiter auf sich gut zu organisieren, damit die Schulen offen bleiben können.

„In Bezug auf die Gehälter muss die Regierung eine endgültige Position einnehmen. Es ist klar, dass wir mit dem Ergebnis der Verhandlungen nicht zufrieden sein können. Da haben sie recht, ich kann mit dieser Situation nicht zufrieden sein, wenn ich sage, dass dies nun endgültig ist. Das ist es nicht. Das während dem Streik weiter verhandelt werden muss ist nun Tatsache. Es ist meine Aufgabe, im Rahmen der Bildungsreform für die Reformen, aber auch für den Status der Lehrer zu kämpfen."

Der Streik wird am Donnerstag alle öffentlichen Schulen betreffen.

(Quelle: HRT)