Die Gemeinde Kamanje (Foto: Stimme Kroatiens) Die Gemeinde Kamanje (Foto: Stimme Kroatiens)

Die Gemeinde Kamanje erstreckt sich über eine Fläche von nur 15 Quadratkilometern. Es ist die kleinste Gemeinde in der Gespanschaft mit nur sieben Dörfern: Brlog Ozaljski, Kamanje, Mali Vrh Kamanjski, Orljakovo, Preseku Ozaljsku, Restovo und Veliki Vrh Kamanjski. Die Landschaft ist umgeben von Grasfeldern, Wäldern, Weinbergen, Obstgärten und Gärten. Durch die Stadt fließt der Fluss Kupa der eine natürliche Grenze zu Slowenien bildet.

Der Gemeindevorsteher Damir Mateljan erklärt, dass die ganze gesamte Region keine richtige regionale Bezeichnung hat:

"Sie ist nicht Žumberak oder Kordun oder Zagorje. Diese Region hat immer die Bezeichnung „Kroatien“. Einfach, weil wir direkt gegenüber von Slowenien sind, das traditionell als Krain bezeichnet wurde und gegenüber von Kroatien liegt. Der Ort Kamanje ist von Zentren wie Zagreb (70 km) und von Karlovac (ca. 20 km) entfernt. Wir befinden uns an keiner wichtigen Reiseroute. Also wurde die Ortschaft fast vom Rest Kroatiens vergessen. Wir waren vom Verkehr nicht isoliert, weil wir gute Straßen und eine gute Eisenbahn haben. Sie wurde 1913 noch von der Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn erbaut, das sich mehr als andere Staaten auf Investitionen in die Infrastruktur konzentrierte. Wenn Sie sich also für einen Besuch nach Zagreb entschieden haben, ist Kamanje ungefähr eine Stunde entfernt. Sie werde eine wunderschöne, malerische, grüne Region mit einem Fluss und freundlichen Menschen kennenlernen und sie können dort viel Spaß haben. Neben natürlichen Schönheiten, kann die Ortschaft eine ausgezeichnete lokale Küche anbieten. Wir haben eine ganze Reihe von Spezialitäten, vom Lamm bis zu ausgezeichneten Weinen. Jeder Reisende, der hierher kommt, wird viel sehen haben.“

Soziale Infrastruktur in Kamanje

Die Gemeinde Kamanje gibt es erst seit ungefähr 15 Jahren. Laut Mateljan ist die Gemeinde ein idealer Ort zum Leben.

„Kroatien hat viele Orte wie diese und man könnte den Eindruck bekommen, dass Kroatien ein stark dezentralisierter Staat ist. Das stimmt leider nicht so. Die große Zahl der kleinen Gemeinden resultiert daraus, dass wenn sie staatliche Mittel überhaupt erhalten wollen, Sie eine Gemeinde gründen müssen. Die Einheimischen in Kamanj hatten schon immer einen Unternehmergeist und waren fleißige Arbeiter. Sie haben erkannt, dass wenn sie ihre eigenen Mittel verwalten und in ihre Gemeinschaft investieren wollen, sie eine eigene Gemeinde gründen müssen. Es ist ein bisschen wenn sie einen eigenen Staat haben wollen. Sie möchten so investieren, wie Sie es möchten und für sie es richtig halten. Die Gemeinde Kamanje wurde im Jahr 2004 gegründet. Mit 15 Jahren sind wir nun im späten Teenageralter. In dieser Zeit ist es uns gelungen, die Qualität unserer Infrastruktur auf städtisches Niveau zu heben. Jedes ländliche Gebiet in Kroatien muss sich entwickeln, wenn es wettbewerbsfähig sein möchte, wenn es seine Bevölkerung, insbesondere seine jungen Menschen, behalten will. Die Stadt hat eine gute Infrastruktur, nicht nur Straßen und Bürgersteige, sondern auch Kindertagesstätten und Schulen sowie eine soziale Infrastruktur, die sich auf die Lebensweise der Menschen auswirkt. Diese Rolle in Kamanje übernehmen verschiedene Verbände und Vereine. Die Einheimischen haben schon immer gerne in Gruppen organisiert, wie zum Beispiel der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, dem Wanderclub, der Folklore-Gesangs- und Tanzgruppe und des Fußballclubs. Alle diese Vereinigungen bieten einen Mehrwert und fördern die Einheit und Liebe zur Gemeinde. Wir alle leben in dieser Gemeinde und wir möchten, dass sie besser und interessanter gestaltet wird, denn wenn die Gemeinde langweilig ist, werden die Bewohner gehen.“

DOK-Festival

Einheimische setzen ihre Zukunft auf einen angenehmen Lebensstil und dem Spaßfaktor. Zu diesem Anlass wird in den Sommermonaten das DOK Festival veranstaltet. Der Gründer Krunoslav Mlacak erzählte uns mehr über die Mentalität der Bewohner von Kamanje:

„Es handelt sich bereits um die vierte Ausgabe des Festivals DOK, der Tage der Gemeinde Kamanja. Die Mission des Festivals basiert auf der lokalen Weisheit: Für Menschen, die guten Mutes sind. Als Sie vorhin mit dem Gemeindevorsteher über das Besondere an Kamanje gesprochen haben, möchte ich noch die Leute hervorheben. Die Leute hier sind sehr freundlich und offen für Neuankömmlinge und neue Ideen. Sie sind auch ein bisschen hartnäckig. Man kann ihnen nicht sagen, dass sie etwas nicht können, weil sie es dann sehr gut machen werden.“

Das DOK-Festival in Kamanje  (Foto: Stimme Kroatiens)

Vrlovka-Höhle

Der Wirtschaft in Kamenje geht es gut. Es gibt keine Arbeitslosen in der Gemeinde und sie hat die angebotenen finanziellen Mittel der Europäischen Union von sehr gut ausgenutzt. Mit dieser Ressource wird eine neue Kindertagesstätte gebaut, sowie ein Archäologiepark mit einer lokalen Naturattraktion, der Vrlovka-Höhle erneuert. Diese Höhle ist der Pfeiler der Tourismusindustrie dieser Gemeinde. Die Höhle besitzt auch eine Legende über eine Frau, Dora und die osmanischen Eroberungen.

„Die Legende stammt aus den osmanischen Kriegen. Es gibt viele Variationen, aber alle sprechen von den Einheimischen, die während eines solchen Angriffs in die Vrlovka-Höhle geflohen sind, um Schutz zu suchen. Unter ihnen war auch eine Frau namens Dora. Als sie die Höhle verließ, wurde sie von den Osmanen entdeckt und der Schutz der Einheimischen vor den Osmanen wurde enthüllt. Alle von ihnen wurden zu Sklaven gemacht, einschließlich der Frau Dora. Die Legende hat eine negative Konnotation, aber so war es damals. Die Zeit damals war wahrscheinlich so düster wie die Legende selbst.“

Der Archäologe und Leiter des örtlichen Museums in Ozalj Stjepan Bezja verdeutlicht, dass in der Vrlovka-Höhle sich Aufzeichnungen einer neolithischen Siedlung befinden. 

„Die Vrlovka-Höhle war seit 5000 Jahren vor Christus eine Siedlung. Die Menschen haben sie im Laufe der Zeit benutzt und dies kann in den archäologischen Aufzeichnungen eingesehen werden. Von den spezifischen archäologischen Artefakten befinden sich eine kleine Flasche und ein Ring aus der Römerzeit. Ansonsten wurden kürzlich auf dem Plateau über der Höhle Beweise gefunden, die belegen, dass das Plateau wirklich eine zentrale Siedlung war. Archäologen haben viele Werkzeuge entdeckt, die darauf hindeuten, dass lokale Jäger und Sammler diese Werkzeuge verwendeten, um Nahrung für den Winter zu mahlen und vorzubereiten. Es ist wichtig, diese archäologischen Funde zu erkunden. Für uns in der Kleinstadt Ozalj ist diese Höhle wichtig, weil die Ergebnisse mit dem korrelieren, was wir hier in unserer Altstadt rund um den Zrinski-Palast gefunden haben.“

Ein Besuch in Kamanje ist eine großartige Möglichkeit einen schönen Herbsttag zu verbringen. Man kann den Zug nehmen und auf der alten österreichisch-ungarischen Eisenbahn reisen. Es ist eine langsame Fahrt, aber ein Erlebnis die wunderschöne Landschaft dieser Region in Erfahrung zu bringen.