Gerichtssaal während der Verkündung (Foto: twitter @BIRN_BiH) Gerichtssaal während der Verkündung (Foto: twitter @BIRN_BiH)

Da Vojislav Šešelj bereits über zehn Jahre inhaftiert war, wird im diese Zeit angerechnet und somit zählt seine Haftstrafe als abgesessen. Wir erinnern: Der Freispruch aus erster Instanz wurde somit aufgehoben. Laut Urteil ist Šešelj für die Verfolgung und Deportation der Kroaten in der Vojvodina verantwortlich. Vor allem mit seiner aufhetzenden Rede vom 6. Mai 1992 in Hrtkovci hat er dies bewirkt. 

Auszug aus dem Urteil: "Das Berufungsgericht verkündet das Urteil gemäss den Punkten eins, zehn und elf, wegen Verfolgung, Vertreibung, Deportation und anderem unmenschlichen Verfahren als auch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Verfolgung und Verletzung des Rechts auf Sicherheit. Ebenfalls wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Hrtkovci in der Vojvodina und verurteilt Seselj somit zu 10 Jahren im Gefängnis."

Šešelj selbst war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Theodor Menor, Vorsitzender des Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe, verkündete das Urteil. Auch zahlreiche kroatische Politiker äusserten sich zu diesem. Bojan Glavašević aus der SDP sagte: 

"Dem Recht wurde genüge getan jedoch der Gerechtigkeit nicht. Zehn Jahre hat er bekommen und hat sogar elf abgesessen. Das einzige was wir daraus ziehen können ist eine moralische Genugtuung und eine Bestätigung das Vojislav Šešelj ein Kriegsverbrecher ist."

Nikola Grmoja, Abgeordneter der MOST Partei wollte nicht all zu viel sagen außer:

"Die Strafe ist sehr mild, und ich möchte kurz kommentieren, dass dies nur eine Fortsetzung der sogenannten Haager Gerechtigkeit ist. Das wars."

Ähnlich empfindet es auch die befragte Bevölkerung in Vukovar. Vielmehr sei dieses Urteil Absurd und absolut nicht in Einklang mit seinem begannen Gräueltaten in Kroatien und Bosnien und Herzegowina.