Illustration (Foto: Hrvoje Jelavić/Pixsell) Illustration (Foto: Hrvoje Jelavić/Pixsell)

Die neue Kommission unter dem Vorsitz von Ursula von der Leyen betonte in ihrem Arbeitsprogramm 2020, dass sie eine Verordnung zur Festlegung eines Mehrjahresplans für kleine pelagische Bestände in der Adria aus dem Verfahren, welches Quoten einführen und den Fang kleiner blauer Fische in der Adria begrenzen soll, zurückziehe.

Die Einführung von Quoten auf Ersuchen der Europäischen Kommission würde die Fischerei in der gesamten Adria auf 50.000 Tonnen Fisch beschränken, wobei allein in Kroatien rund 60.000 Tonnen und in der Region insgesamt rund 100.000 Tonnen Fisch gefangen werden.

Der ehemalige maltesische Politiker und Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei  Karmenu Vella meinte, ohne die Einführung von Fangquoten würden die Bestände innerhalb von ein bis drei Jahren aussterben.

Im November 2018 nahm das Europäische Parlament jedoch den Bericht von Ruža Tomašić über den mehrjährigen Bewirtschaftungsplan für kleine blaue Fische in der Adria, der die Einführung von Wiederherstellungsmaßnahmen für den adriatischen Bestand anstelle, von Quoten vorsieht, die die Fischerei in Kroatien enorm treffen würden, an.

"Die Kommission musste ihren Vorschlag zurückziehen, da sie wusste, dass ihr Plan nicht aufgehen konnte. Wir haben das gesamte Parlament auf die Beine gestellt", sagte Tomašić der Nachrichtenagentur Hina und erinnerte daran, dass auch die Tatsache, dass Kroatien jetzt den EU-Ratsvorsitz innehabe, eine Rolle dabei gespielt habe.

Tomašić glaubt, dass der Kommissions-Vorschlag mittels einer Lobbyarbeit für große Unternehmen, die kleine blaue Fische fangen und verkaufen, erarbeitet wurde.

"Ich denke, die Anweisungen kommen von woanders her. Jemand hatte die Idee, die Fischerei in Kroatien zu zerstören. Dieser jemand wollte besonders kleine blaue Fische fangen, damit die Fische dann nach Kroatien importiert werden müssen", sagte Tomašić abschließend.

(Quelle:HRT)