EU-Flagge (Foto: REUTERS/Yves Herman) EU-Flagge (Foto: REUTERS/Yves Herman)

Der Wechselkursmechanismus II ist ein eine Art Wartezimmer für den Beitritt zur Eurozone. Ein Mitgliedstaat, der den Euro einführen möchte, muss mindestens zwei Jahre in diesem Mechanismus verweilen, bevor er die Währung einführen kann. Mit der heutigen Entscheidung hat Kroatien die endgültigen Kriterien für den Beitritt zur Eurozone erfüllt. Die Nachricht wurde von Premierminister Andrej Plenković auf einer speziellen Pressekonferenz bekannt gegeben.

„Hier gibt es ein wichtiges Detail. Hier wurde der Wechselkurs zwischen der Kuna und dem Euro festgelegt. Er wird 7,53 Kuna pro Euro betragen, und das ist ziemlich wichtig. Er entspricht dem heutigen Marktkurs. Dies bedeutet, dass heute der Bezugspunkt ist. Die Standardbegrenzungen für mögliche Schwankungen liegen bei 15 Prozent plus oder minus, " erklärte Plenković. 

Premierminister Andrej Plenković (Foto: Patrik Macek / PIXSELL
Premierminister Andrej Plenković (Foto: Patrik Macek / PIXSELL

Der Finanzminister Zdravko Marić fügte hinzu, dass der mittlere Zinssatz in den nächsten zwei Jahren von zentraler Bedeutung sein werde: „Sie haben gehört, wie hoch der Wechselkurs ist, und das ist für Bürger und Unternehmen auf jeden Fall wichtig. Natürlich werden wir diesem Kurs mindestens in den nächsten zwei Jahren besondere Aufmerksamkeit schenken. Ich sage mindestens zwei Jahre, um Spekulationen über einen möglichen Zeitrahmen zu vermeiden," erklärte der Finanzminister Zdravko Marić.

Der Gouverneur der kroatischen Nationalbank Boris Vujčić beantwortete die Frage eines möglichen Zeitrahmens für den Beitritt Kroatiens zum Euroraum. Nach seiner Einsicht nach kann Kroatien demnach frühestens 2023 mit dem Beitritt zur Eurozone rechnen.

„Kroatien wird der Eurozone beitreten, wenn alle Konvergenzkriterien erfüllt sind. Mit der heutigen Entscheidung hat Kroatien die politische Sphäre dieses Themas verlassen. Bisher war der Beitritt zur Eurozone ein politisches und wirtschaftliche Thema. Ab heute hängt unsere Mitgliedschaft in der Eurozone nur von fünf Konvergenzkriterien ab, die wir erfüllen müssen, die sich mit der Inflation, dem Wechselkurs, des Haushaltsdefizits, der Staatsverschuldung und dem Zinssatz befassen."

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass die Mitgliedstaaten der EU mit dieser Entscheidung den Beitritt Kroatiens zur Eurozone und die Einführung des Euro nicht länger blockieren können. Die Wartezeit von mindestens zwei Jahren entwickelte sich aber für einige Mitgliedstaaten bis zu einem Jahrzehnt, aufgrund von nicht erfüllter Konvergenzkriterien.

(Quelle: HRT)