Illustration (Foto: Dado Ruvic/REUTERS) Illustration (Foto: Dado Ruvic/REUTERS)

Somit werde ersichtlich wie ernst die Menschen die Ausgangsbeschränkungen und anderen Auflagen wegen des Coronavirus nehmen. Das soll den Behörden weitere Anhaltspunkte liefern. Die Analyse der Standortdaten von Milliarden von Smartphone-Nutzern durch Google ist der größte Datensatz, der den Gesundheitsbehörden zur Verfügung steht, ob Personen Quarantänemaßnahmen einhalten. Berichte zeigen Diagramme der Besuche von U-Bahnen, Bus- oder Bahnhöfen, Geschäften und anderen Orten innerhalb eines Zeitraums von fünf Wochen seit Anfang dieses Jahres.

Für einige Länder wie die USA hat Google auch regionale Daten veröffentlicht. Facebook hat auch Daten an Forschungsinstitute die nicht der Regierung angehören, in mehreren Ländern weitergegeben, da sie wie Google mehrere Milliarden Nutzer haben. Dieses soziale Netzwerk hat die Auswertungen jedoch nicht veröffentlicht.

Google, das während der Nutzung seiner Dienste demographische Daten sammelt, betonte, dass es keine genauen Daten wie beispielsweise über die Anzahl der Besuche gebe, also können keine Rückschlüsse über Einzelpersonen gezogen werden. Man sei jedoch offen dafür, weitere Berichte bereitzustellen.

"Diese Berichte wurden entwickelt, um dabei zu helfen, bessere Entscheidungen im Umgang mit dem Coronavirus treffen zu können“, erklärten die Leiterin des Kartendienstes Google Maps, Jen Fitzpatrick und Googles Gesundheitsbeauftragte Karen DeSalvo.

Die Google-Berichte verwenden Daten von Nutzern, die den "Standortverlauf" auf ihren Mobiltelefonen aktiviert haben. Das Unternehmen betont, dass es technologische Maßnahmen ergriffen hat, die sicherstellen, dass in den Berichten keine Person identifiziert werden kann. Das Unternehmen lehnte es ab, offen zu legen, ob es eine rechtliche Anfrage nach detaillierteren Informationen zur Bekämpfung der Ausbreitung der Infektion erhalten hat.

Zahlreiche Länder wie China, Südkorea oder Israel setzen im Kampf gegen das Coronavirus bereits massiv auf die Auswertung von Handydaten. Datenschützer und Menschenrechtsaktivisten sehen darin eine Bedrohung für die Privatsphäre der Bürger und warnen vor einem Dammbruch bei der Überwachung.

Quelle: HINA