(Foto: Armin Durgut/PIXSELL) (Foto: Armin Durgut/PIXSELL)

Neben dem kroatischen Präsident Zoran Milanović, mahnte auch Premier Andrej Plenković die Opfer nicht zu vergessen und sich aktiv an der Aufarbeitung der Tragödie zu beteiligen.

„Es wichtig, den Familien der Opfer von Srebrenica und den wenigen Überlebenden zu zeigen, dass wir ihren Schmerz verstehen und dass wir die Leugnung des Völkermordes in Srebrenica nicht zulassen werden“, erklärte Milanović.

Ausserdem betonte er, dass das gesamte serbische Volk oder eine Mehrheit weder des Völkermords schuldig sind und nicht schuldig sein können. Noch kann ein Volk für eine solche Tat in die Verantwortung gezogen werden. Abschliessend sagte er, dass am wichtigsten ist die „wirklichen Schuldigen, diejenigen, die wirklich verantwortlich sind“ vor Gericht zu stellen, da dies noch nicht passiert ist.

Die breite Öffentlichkeit ist sich darüber im Klaren, dass die Leugnung der Gräueltaten und der Revisionismus zugenommen haben. Diese würden das politische Klima vergiften, so Marion Kraske, Leiterin des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Sarajevo. Vielmehr werde behauptet den Genozid hätte es nicht gegeben.

Solche Aussagen erschweren die Aussöhnung sowie den Weg in die Europäische Union.

Premierminister Andrej Plenković erklärte in der Pressemitteilung der Regierung, dass das Verbrechen in Srebrenica eine tragische und unbestreitbare Tatsache ist, die niemals wieder vorkommen darf.

„Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Wahrheit über Srebrenica herauszufinden und um sie zu präsentieren. Wegen der freundschaftlichen Nachbarschaft zwischen den beiden Ländern, wird Kroatien Bosnien und Herzegowina stets dabei helfen, eine bessere Zukunft als Land mit drei gleichberechtigten Völkern aufzubauen, insbesondere auf dem Weg zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union“, hieß es weiter.

Am 11. Juli 1995. Während des Bosnienkrieges kommt es in und um Srebrenica zum schlimmsten europäischen Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg.

In den folgenden Tagen misshandeln Bosnisch-Serbische Verbände, unter der Führung von Ratko Mladić, die Menschen, vergewaltigen Frauen und ermorden mehr als 8300 der bosniakische Jungen und Männer. Der jüngste von ihnen ist gerade mal 13 Jahre alt. Ihre Leichen verscharren die Soldaten in Massengräbern. Bis heute wissen viele Familien nicht, wo ihre ermordeten Angehörigen sind.

(Quelle: HRT)