Der Dichter Vinko Nikolić im Werk des Künstlers Kristijan Kreković (Foto: Croatian History) Der Dichter Vinko Nikolić im Werk des Künstlers Kristijan Kreković (Foto: Croatian History)

Der Weg aus seinem Geburtsort Šibenik in Richtung Barcelona und Buenos Aires sowie die Rückkehr in die Heimat war sehr schwierig und mit einem politischen Kampf, den das politische System mit dem geschickten Journalisten geführt hat, verbunden. 

Wir tragen ihn als den langjährigen Redakteur der bekanntesten Emigrantenzeitschrift „Hrvatska revija“ („Kroatische Revue“), die er in Barcelona und später in Zagreb editiert hat, in Erinnerung. 

Neben wissenschaftlicher und literarischen Essayistik veroeffentlicte er in der Revue auch Memoare von bekannten kroatischen Emigranten.

Ein Gebet für Kroatien 

Sein literarisches Opus betrachten wir auch durch das Lyrik-Tagebuch, das in die Anthologie der kroatischen Dichtkunst des 20. Jahrhunderts einging. Eine Besonderheit seiner Identität ist sein Šibeniker Dialekt.   

Mutter, Heimat und Geburtsort sind die zentralen Themen seiner Dichtung. „Lyrik des Heimatorts“, „Frühlingsdämmerung“ und „Helle Wege“, „Meine Stadt,“ „Bitter ist das Brot des Landes“ sind einige der wertvolleren Werke. 

Bitterkeit und Trauer, das Exil und später Hoffnung kennzeichneten seine, in der Emigration verbrachten Jahre. Er überlebte Bleiburg, KZs in Italien, er floh nach Frankreich und reiste mit dem Schiff von Marseillaise aus in Richtung Buenos Aires. Am 8. Juni 1947 kam er in Argentinien an und verewigte diesen Tag in dem Sonett „Saludo a la Argentina.“ 

Neben der Gedichtsammlung „Verlorene Heimat“ gehören die Bücher „Geschändeter Frühling“ und „Gebet für mein Kroatien“ bis zum Jahre 1950 zu den ersten und einzigen der kroatischen Literatur mit Emigrationsthematik.   

Er hat es geschafft, elf Bücher zu bewahren – fünf Gedichtsammlungen und fünf Anthologien: Kroatische Mutter im Gedicht, die Kroatische Poesie in der Zwischenkriegszeit, Kroatische Heimat, Lorbeeren und Gedichte über die Mutter sowie das Essaybuch Nationale Aufgaben der Literatur.   

Jahrzehnte in der Fremde 

Seine Reise von Italien, Buenos Aires, Barcelona, Paris bis nach Zagreb dauerte über 45 Jahre. Im Jahre 1990 kehrte er nach Kroatien zurück und schloss sich dem politischen und kulturellen Leben des neu errichteten Staates Kroatien an. Er war Parlamentarier, Präsident der Kroatischen Heritage Foundation und Vizepräsident des wichtigsten kroatischen Kulturverbands Matica hrvatska. 

Zentralthemen seiner nostalgischen Dichtung sind Heimat, Mutter, Meer, Gott, Vaterland und Rückkehr.

Er publizierte auch danach die Zeitschrift Hrvatska revija, die in dem Verlag von Matica hrvatska herauskam. Er bewahrte ganze Bände der Zeitschrift Hrvatska Revija auf und schenkte sie der National- und Universitätsbibliothek als Testament der kroatischen Exilgeschichte.   

- Nikolić baute Brücken auf, trug zum Erhalt und zur Bereicherung der kroatischen Sprache und der kroatischen Geschichte bei. Er schrieb über die kroatischen geistigen Meister in der Wissenschaft, Kultur und Politik, trug zu der Stärkung des kroatischen staatlichen Gedankenguts und der demokratischen Prinzipien durch die kroatische Intelligenz in der Welt bei - schrieb der Kritiker Miljenko Buljac über ihn. 

Die herausragende Person der kroatischen Emigrantenpoesie Vinko Nikolić hat seinen unruhigen Lebensweg dort beendet, wo er ihn auch angefangen hat: Er verstarb friedlich in seiner Geburtsstadt im Juli 1997.