Foto: Voz de Croacia/ Kristina Ivandić Foto: Voz de Croacia/ Kristina Ivandić

Der Künstler, der jüngst seinen 80 Geburtstag feierte, zeigte dem Zagreber Publikum seine fünfzig jährige Arbeit durch fünfzig ausgewählte Bilder, die im Zeitraum von 1967 bis heute entstanden sind.

Auf die Idee, meiner Muse eine Monographie zu widmen, kam ich auf eine unglaubliche und seltsame Weise.

"Letztes Jahr an meinem Geburtstag lud ich Eva ein. Sie war gut gelaunt und fröhlich. Sie erinnerte mich an ihren eigenen 50. Geburtstag und sagte, sie erwarte ein ganz besonderes Geschenk, das ihrem Namen gebührt. Sie sagte mir, dass sie nicht mehr meine Inspiration sein könnte, sollte ich ihr diesen Wunsch nicht erfüllen", erinnerte sich Cetin.

Foto: Kristina Ivandić

Im Flugzeug von Zagreb nach Toronto, befasste sich Cetin mit dem Gedanken was er denn tun könnte, um Eva nicht zu verraten. Unter 500 Bildern, die von Eva inspiriert waren, wählte er 50 aus.

"Als die Monographie fertig war, kam Eva zu mir und zeigte sich zufrieden. Sie gab mir ihr Wort, dass sie bis zum Ende meine Muse und Inspiration bleiben werde...."

Das Schönheit Menschen bereichert, ist sicher ein Gedanke, der Cetin seit 50 Jahren in seiner künstlerischen Kreativität auf der Suche nach Sinn, Schönheit und Liebe leitet", sagte die Kunsthistorikerin Branka Hlevnjak, und fügte hinzu dass Eva für Cetin dasselbe wie Beatrice für Dante sei.

Von Zagreb und Paris nach Toronto

Cetin verließ Zagreb im Jahr 1966 und ließ mit seiner Abreise ebenfalls ein System zurück, das Individualität zerdrückt. Obwohl er in Paris Eva kennenlernte, war diese Stadt für ihn nicht das Paradis, wie der Schriftsteller und Kritiker Vladimir Peter Gros hervorhob. "Eva hat Cetin befreit und ihn in sein Paradis, dass sich Kanada nennt, gebracht. Dieses stellt gemeinsam mit Eva, dem Vogel, der Blume und dem Mond Cetins künstlerische Befreiung dar," erklärte Gross.

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Anfang der 90iger Jahre, als die Kroaten in der ganzen Welt besonders vereint waren, hat Cetin mit seinen Werken dazu beigetragen, dass die Wahrheit über Kroatien ans Licht kommt, erklärte die Leiterin der kroatischen Kulturvereinigung "Matica Hrvatske", Mirjana Piskulić.

Sie erinnerte sich an den 80 Geburtstag, den der Künstler letztes Jahr feierte, zurück. Damals beschenkte er fünf kroatische Institutionen mit seinen Werken. "So etwas kann nur ein Mensch vollbringen, der Werke in der Umgebung schafft, in der er geboren ist, in der er aber nicht lebt", sagte sie des Weiteren.

Cetin schreibt in der Monographie: "Meine Eva ist 1967 in Paris geboren, in einer Zeit des Friedens und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.  Ihre Geburt geschah zur Zeit, als man durch die Pariser Straßen völlig frei schlendern konnte und als man den Duft der Kunst in der Luft spürte.

Heute, 50 Jahre später, bleibt die Frage, in was für einer Welt wir leben und was uns bewegt und inspiriert, offen!Und auch die Frage, ob wir unsere Muse gefunden haben. Denken Sie daran!"