Einer der geschätzesten Wissenschaftler und Enzyklopädisten außerhalb Kroatiens (Foto: brajnović.info) Einer der geschätzesten Wissenschaftler und Enzyklopädisten außerhalb Kroatiens (Foto: brajnović.info)

Die herausragende Person der europäischen und weltweiten Journalistik ist einer der Mitbegründer des damaligen Instituts für Journalistik und Autor einer der ersten Ethik – Lehrbücher ganz Europas. Er studierte Philosophie und Literatur in Zagreb und Madrid sowie Rechtswissenschaften in Pamplona, wo er doktorierte. Spanien feierte ihn als herausragenden Intellektuellen, der eine außerordentliche Karriere im Bereich der Kommunikationswissenschaften und journalistischen Deontologie machte. 

Er wurde in der montenegrinischen Stadt Kotor geboren. In Zagreb war er Journalist und lernte Ana, die Liebe seines Lebens, kennen. In Pamplona wurde er „el Maestro“, ein Schriftsteller, Dichter und, vor allem, ein Freund.   

Ein Professor und Freund   

Fast 30 Jahre lang schrieb er eine Kolumne über Außenpolitik in der Tageszeitung Diario de Navarra und zum Schluss waren es insgesamt über 6 000 Kolumnen. Gleichzeitig war er Redakteur der Zeitschrift Nuestro Tiempo, und hat mit einigen anderen Revuen in Spanien, Portugal und Mexiko zusammengearbeitet.   

„Ich hatte das Glück, sein Mitarbeiter während der zehn Jahre, in denen ich mit ihm an dem Lehrstuhl für Ethik und journalistische Deontologie an der Universität in Navarra war, zu sein. Er war mein Universitätsprofessor und mein Freund. Auch weiterhin ist er für mich mein Lehrer des Lebens,“ sagte Dr. Norberto González Gaitano von der Päpstlichen Universität des Heiligen Kreuzes, der mit Luka Brajnović in der Zeit von 1981 bis 1991 als Assistent des Lehrstuhls für Ethik und journalistische Deontologie an der Universität Navarra zusammengearbeitet hat.   

Im Visier des Regimes

Brajnović wurde von den Faschisten und ihren Gegnern, den Partisanen, verhaftet. Das erste Mal passierte ihm das in seinem Geburtsort Kotor im Jahre 1941, als er selbst nicht verstand, weshalb sie ihn verhafteten. Er nahm an, wie er in seinen Memoiren schrieb, dass der Grund dafür in der Veröffentlichung eines Artikels über den Führer Benito Mussolini als „aufbrausenden und mittelmäßigen Diktator“ war.

Die Partisanen nahmen in fest und verurteilten ihn zu Tode durch Erschießen, welchem er dank eines Beamten, der ihn kannte, entkam. „Er hat sogar sein eigenes Grab ausgeschaufelt,“ sagte seine Tochter Elica Brajnović de Leachy, die die kroatische Ehrenkonsulin in Spanien war.   

Mit einem weißen Reisedokument in der Tasche

Er akzeptierte schweren Herzens die Empfehlung seiner Nächsten, die ihm geraten haben, den damaligen Staat zu verlassen. Zuerst kam er in Klagenfurt an, danach in Treviso, Bologna, und dann in Rom, wo er Medizin an der Universität La Sapienza inskribierte. In Spanien kam er im Jahre 1948, mit dem Reisedokument des Roten Kreuzes, das weiß war an, was eine Person kennzeichnete, die in keine Straftaten verwickelt war.   

Er ist der einzige von drei Brüdern der Familie Brajnović, der den Zweiten Weltkrieg überlebte. Sein Bruder Tripo kam im Krieg um und sein zweiter Bruder, Don Ivo Brajnović, wurde, zusammen mit 23 Priestern, auf der Insel Daksa, in der Nähe von Dubrovnik, erschossen.   

Dämmerung eines neuen Lebens 

Mit Franjo Hijacint Eterović, dem kroatischen Philosophen und Enzyklopädisten, setzte er die Revue „Person und Geist“ in Bewegung und gründete die Verlagsbuchhandlung "Osvit".

 

- Höchstwahrscheinlich hat keine einzige Person, die seine Geburtsstadt, seinen Geburtsort oder seine Heimat verlassen musste, eine solche Anerkennung auf internationalem Niveau erlebt, wie es im Falle Luka Brajnovićs war. Ich wage es, zu behaupten, dass es vielleicht in dem 20. Jahrhundert wenige Menschen gab, die intellektuell und von der Karriere her gesehen, höher oder weiter waren als Luka Brajnović - sprach Don Branko Sbutega, einer der größten Kämpfer für Minderheitenrechte der Kroaten in Montenegro, über diesen herausragenden Intellektuellen. Beiden wurde der Orden Red Danice hrvatske verliehen, die Personen für besondere Verdienste in der kulturellen Tätigkeit erhalten. 

Luka Brajnović starb im Jahre 2001, nur ein paar Tage nach dem Fest des Hl. Tryphon, dem Schutzherrn von Kotor, von wo die Familie Brajnović stammt. 

 

Noch zu seinen Lebzeiten akzeptierte er nur schwer den Wunsch seiner Studenten und Kollegen, die größte journalistische Auszeichnung nach ihm zu benennen. Dennoch wurde ihm im Jahre 1996 der erste Preis „Premio Luka Brajnovic de la Comunicación“ verliehen. Diesen Preis erhielten in den letzten zwanzig Jahren die größten Berühmtheiten aus der Welt der Medien.