Illustration (Foto: Dana Jungbluth) Illustration (Foto: Dana Jungbluth)

Um das quirlige und actionreiche Omiš herum liegt auch viel Ruhiges versteckt, wie zum Beispiel im klitzekleinen Zakučac im Hinterland, das durch das ebenfalls dort befindliche Wasserkraftwerk vielleicht zunächst wenig einladend anmutet. Jedoch empfängt Sie das kleine Dörfchen mit einer Ruhe und so schnuckligen Steinhäuschen, dass Sie seinem stillen, unerklärlichen Ruf ganz unbemerkt folgen werden.

Schon die Statue des Hl. Antonius von Padua gleich vorne an im Ort sowie eine kleine Gebetsstätte „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ lassen erahnen, wenn nicht gar fühlen, dass Zakučac etwas Besonderes hütet. Überqueren Sie die kleine Brücke am Wasserkraftwerk, gelangen Sie nach wenigen Metern bereits zum Heiligtum des Hl. Leopold B. Mandić, dessen Eltern aus dem kleinen Örtchen stammten, jedoch vor der Invasion der Türken nach Herceg Novi, im heutigen Montenegro, geflohen waren. Dort wurde er als jüngstes von 12 Kindern am 12. Mai (seinem heutigen Gedenktag) 1866 geboren. Bogdan Mandić war der zweite Kroate, der von der römisch-katholischen Kirche heiliggesprochen wurde und war als Beichtvater bekannt und beliebt. Auch sah er im Sakrament der Beichte seine pastorale Hauptaufgabe.

In der Kapelle des kleinen, aber imposanten Heiligtums befindet sich ein silbernes Relief mit dem Bild des Heiligen, das, ebenso wie die Bronzestatue in der Apsis der Freiluftkirche, vom Bildhauer Kažimir Hraste angefertigt wurde. Der Hl. Leopold B. Mandić verstarb am 30. Juli 1942 in Padua, Italien.

Zakučac mit seinen lieblichen, alten Steinhäusern brachte auch andere bekannte und bedeutende Persönlichkeiten hervor. Don Marin Mandić wurde am 12. August 1926 in Zakučac geboren. Er war ein römisch-katholischer Priester, salesianischer Mönch, Schriftsteller und Missionar in Mexiko, wo er über 20 Jahre bis zu seinem Tod am 7. März 2011 verbrachte. Weiterhin wurde der kroatische Dichter und Schriftsteller Jure Kaštelan am 18. Dezember 1919 in Zakučac geboren. Anders als der Hl. Leopold B. Mandić und Don Marin Mandić wuchs Jure Kaštelan in dem kleinen Dorf auf, was auch Inspiration für einige seiner Werke war. Später studierte er Sprachen und Literatur an der Philosophischen Fakultät in Zagreb, wo er bis 1980 Leiter der Abteilung für Literaturtheorie war. Neben zahlreichen verschiedenen Publikationen übersetzte er Texte aus dem Russischen und Italienischen und war zuletzt Direktor des Instituts für Literatur und Theater der kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Jure Kaštelan, der auch Mitbegründer des kroatischen modernen poetischen Ausdrucks war, verstarb am 24. Februar 1990 in Zagreb. Die weiterführende Schule in Omiš wurde nach ihm benannt und in Zakučac befindet sich ein Denkmal für ihn.

Zakučac mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken, dabei birgt es eine interessante Geschichte, die sich sprichwörtlich an jeder kleinen Ecke sehen und spüren lässt. Der Ortsname passt geradezu perfekt, ähnelt er wörtlich nämlich „za (Kurzform von „iza“) kut“ (hinter dem Winkel). Der kroatische Ausdruck „Zakutak svijesti“ (etwa: eine Ecke fernab des Bewusstseins) sowie das Wort „zakučasto“ (abstrus) beschreiben ideal das mystische Gefühl dieses Ortes, der zum Teil den rechtlichen Status eines geschützten Kulturgutes hat.

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Zakučac bei Omiš

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