Illustration (Foto: Dana Jungbluth) Illustration (Foto: Dana Jungbluth)

Die Stadt Imotski im dalmatinischen Hinterland nahe der bosnischen Grenze mit ihren knapp 8.000 Einwohnern ist vielen Besuchern aufgrund ihrer imposanten Naturschönheiten Modro jezero und Crveno jezero bekannt, zwei Einsturzdolinen, von denen der Rote See zu den größten mit Wasser gefüllten Einsturzdolinen der Welt zählt. Ihre Namen erhielten beide Seen ob ihrer Farben, der Blaue See wegen seines intensiv blau leuchtenden Wassers, der Rote See aufgrund der roten Farbe der bis zu 250 Meter hohen Felswand, die ihn umgibt. Wahrlich zwei unglaubliche Naturwunder, nur einen Katzensprung voneinander entfernt, die unbedingt bestaunt werden sollten, wenn man in Imotski ist. Der Wasserstand des Blauen Sees schwankt je nach Niederschlagsmenge erheblich und trocknet manchmal sogar ganz aus, was die Einwohner der Stadt zum Anlass nehmen, auf dem Grund des Sees ein Fußballspiel auszutragen. Ein Event, das stets Journalisten und Schaulustige aus der ganzen Welt anzieht.

An den Steilhängen des Blauen Sees befindet sich die Festung Topana, die majestätisch über der Stadt thront. Ein prachtvoller Hingucker, wenngleich es bloß noch eine Ruine ist. Nichts desto trotz lassen die Restmauern eine lange Geschichte erahnen und spüren. Die Zeiten leben förmlich auf, wenn man durch sie hindurchschreitet. Bereits Mitte des 10. Jahrhunderts nach Christus fand die Festung Topana ihre erste Erwähnung in einer Schrift des byzantinischen Kaisers Konstantin VII als Zentrum des altkroatischen Gaues Emotha, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie bereits zur Regierungszeit Trpimirs I. zwischen 845 und 864 entstand. Aufgrund ihrer - im wahrsten Sinne des Wortes - herausragenden Lage kam der Festung Topana von Beginn an eine große strategische Bedeutung zu. Nach einigen Besitzwechseln bekam die Festung mit der osmanischen Herrschaft 1493 schließlich ihren heutigen Namen Topana. Nach ihrer Befreiung von den Türken 1717 erbaute man 1788 innerhalb der Mauern die Votivkirche der Mutter Gottes der Engel, die zugleich Schutzpatronin des Gebiets um Imotski ist. Seit 1816 ist die Festung Topana ganz verlassen und verfiel, nachdem sie noch eine Weile als Steinbruch genutzt wurde. Die Gemäuer scheinen viel gesehen und erlebt zu haben, was ihnen aber insofern keinen Abbruch tut, als dass sie stolz und erhaben auf das Gemeisterte blicken, was bis heute wohlbehütet geehrt und gefeiert wird. So dient sie aufgrund ihrer fantastischen Lage als beliebter Treffpunkt sowie zu kulturellen Veranstaltungen.

In einer Doline unterhalb der Festung befindet sich das Fußballstadion Gospin Dolac des NK Imotski, das keiner schmucken Ausstattung bedarf, um durch seine Umgebung äußerst beeindruckend zu wirken. In der unter der Festung gelegenen Altstadt führt eine venezianische Treppe in die neueren Stadtteile. Am Fuße der Treppe steht ein Denkmal für den kroatischen Dichter und Schriftsteller Tin Ujević.

Entdecken Sie das Städtchen Imotski mit seinem lebendigen Treiben und weiteren Sehenswürdigkeiten. Vielleicht fällt Ihnen dabei ebenfalls die Häufigkeit von PKW`s der Marke Mercedes-Benz auf. Immerhin sind in Imotski etwa eben so viele Mercedes-Benz wie Einwohner registriert.

--- BEZ NASLOVA ---

Imotski rund um die Festung Topana

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