Die alte Aufschrift an der Stirnwand des Kavanjiner -Sommerhauses aus dem Jahr 1704 (Foto: Tatjana Rau/Glas Hrvatske) Die alte Aufschrift an der Stirnwand des Kavanjiner -Sommerhauses aus dem Jahr 1704 (Foto: Tatjana Rau/Glas Hrvatske)

Die alte Aufschrift an der Stirnwand des Kavanjiner -Sommerhauses aus dem Jahr 1704, einem denkmalgeschützen Komplex, der nur auf seinen Erneuerung  wartet, lautet: 'Ostivm non hostivm- Freund nicht Feind.  Unter diesem Motto, das meist mit den Worten "Freunden sind die Türen geöffnet" hat der Splitter Adlige, Rechtsanwalt und Barockdichter Jerolim Kavanjin in vergangen Zeiten dem Volk seinen Hof geöffnet. Diesen Weg hat heute auch die Gemeinde Sutivan eingeschlagen, die diesen Ort als eine Kombination aus Kultur, Tourismus und Sport profiliert hat.

Restaurierte alte Gebäude locken mit dem Weiß des berühmten Bracer – Steins und dem romantischen Verschnitt zwischen Häusern, durch die ein Geist vergangener Zeiten in perfekter Verbindung mit der heutigen Zeit verläuft.

(Foto: Tatjana Rau/Glas Hrvatske)

Das architektonische Erbe von Sutivan befindet sich in erster Linie in Erneuerungsprojekten der Gemeinde und passt perfekt in das touristische Angebot, mit dem dieser Ort seine Vorteile im Vergleich zu anderen Juwelen der Insel Brac, hervorhebt.

Drei Familien haben wirtschaftliche und familäre Häuser von  Sutivan, die nun das innere Zentrum des Ortes bilden, stark geprägt. Das sind die Familien: Kavanjin, Definis und Ilic.Während der Kavanjin – Palast immer noch auf seine Renovierung mittels Projekten der Europäischen Union wartet, sind die Palais Definis und Ilic komplett erneuert und in das touristische Angebot des Ortes involviert.

(Foto: Tatjana Rau/Glas Hrvatske)

Das Ilic Palais ist heute ein luxuriöses Hotel in Privatbesitz und auch das einzige Hotel in Sutivan, während der Rest der Übernachtungskapazitäten von Familienunterkünften getilgt wird.

Sutivan ist auf den Fundamenten der alten frühchristlichen Basilika auf Bunti, auf der das Kirchlein des hl. Johannes des Täufers einst hervorragte, entstanden. Daher trägt der Ort auch seinen Namen. Auf Karten und auf  Siedlungslisten merkt man,  dass der Ort bei den Ureinwohnern als "Stivan" oder "sveti Ivan" immer noch bekannt ist. 

Die ersten Neuankömmlinge, die sich aus dem Herzen der alten Basilika aus auch auf den umliegenden Hügeln angesiedelt und sich bis hin zu den ''stivanske'' Buchten erstreckt hatten, haben im Hafen einen Turm – das Kastell Marijanovic aus dem 17. Jahrhundert gebaut. Damit wollten sie ihre Absicht, dort zu bleiben, kund tun.

Von besonderem Wert ist die Kirche des hl. Rochus, dem sutivaner Patron und auf dem Friedhof in der Nähe der Kirche befinden sich die berühmten Katakomben, die noch in Betrieb sind.

Auf der Wirtschafts- und Bevölkerungs Spitze befand sich Sutivan Anfang 1900, als hier etwa 2.200 Einwohner lebten. Diese waren eine glückliche Kombination von erfahrenen Fischern, Seeleuten, Bauern, Handwerkern , Kaufleuten und Intellektuellen.

Ihre Rolle bei der Entwicklung von Sutivan ist heute noch sichtbar, obwohl der wirtschaftliche Zusammenbruch von Brac zu Beginn des 20. Jahrhunderts schwerwiegende Folgen hinterlassen hat. Was folgte, war eine Massenflucht von der Insel. Aber heute beschreitet Sutivan einen Weg des Fortschritts und das mit mehr als 800 ständigen Einwohnern. Einige seiner Aussiedler kehren in ihre Heimat zurück und pflanzen  wieder Olivenbäume.

Sutivan pflegt enge Beziehungen mit seinen Aussiedlern auf der ganzen Welt - in Kanada, den USA, Australien, Neuseeland, vor allem aber auf dem südamerikanischen Kontinent - in Chile, Argentinien und Bolivien.

Die meisten unserer kroatischen Auswanderer in Südamerika stammen von der Insel Brac, und einer Legende nach, soll der erste Siedler in Bolivien im späten 19. Jahrhundert ein Mann aus Sutivan gewesen sein. Sein Name war Ivan Ivanovic, mit seinem Segelschiff überquerte er die Straße von Magellan, landete im chilenischen Hafen von Antofagasta, von wo aus er sich im Jahre 1885 nach Bolivien bewegte. Ihm folgten in erster Linie die Bewohner von Brac und  Hvar; danach auch Bewohnern anderer kroatischer Inseln.

--- BEZ NASLOVA ---

Sutivan

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Die Sutivaner Volksbücherei Antonio Rendić Ivanović führt derzeit ein Projekt unter dem Namen "Die andere Heimat" durch. Hierbei handelt es sich um eine einzigartige Literatursammlung, die der künstlerischen und intellektuellen Kreativität der Aussiedler Sutivans und deren Nachkommen gewidmet ist. Vor allem aber, denjenigen von ihnen, die in Chile leben und denen in anderen Ländern, die aber in dieser Sammlung erwähnt werden.

Die meisten dieser Schriftsteller und Dichter nutzen in ihrem literarischen Opus das Element verlorener Heimat durch familiäre Erinnerungen, welches an Generationen weitergegeben wird. Dies ist besonders für ethnografische Studien und den Erhalt der kroatischen Identität in Ländern in denen diese Kroaten und ihre Nachkommen leben, wichtig.