Präsident des Organisationskomitees des Auslandskroaten-Kongresses Dr. Marino Sopta ( Foto: Luka Stanzl/PIXSELL) Präsident des Organisationskomitees des Auslandskroaten-Kongresses Dr. Marino Sopta ( Foto: Luka Stanzl/PIXSELL)

Der zweite Auslandskroaten-Kongress fand im Jahr 2016 in der kroatischen Stadt Šibenik satt. Der Auslandskroaten-Kongress brachte Wissenschaftler aus den Sozial- und Geisteswissenschaften zusammen, deren Interessensgebiet die kroatische Auswanderung nach Australien über Europa bis hin nach Nord- und Südamerika ist. Sie diskutierten über die Probleme von Auslandskroaten.

Es wurde über wichtige Themen für die Auslandskroaten gesprochen: Die kroatische Auswanderung im globalen Kontext, Unternehmertum und Investitionen in die kroatische Wirtschaft, kroatische Auswanderungspolitik, sowie Migration von Frauen und Identität der Einwandergemeinschaften. Ein weiterer Punkt des Kongresses war die Seelsorge in den kroatischen Einwanderergemeinschaften.

Die Sammlung der wissenschaftlichen Arbeiten des zweiten Auslandskroaten-Kongresses wurde der Öffentlichkeit am 18. Oktober 2017 in Zagreb vorgestellt.
Über das Buch sprach Antunela Rajič mit einem der Redakteure und zugleich Präsidenten des Organisationskomitees des Auslandskroaten-Kongresses Dr. Marino Sopta

Was können Sie uns über das Buch "Kroatien außerhalb der Heimat II" sagen?

Das Buch ist soeben aus der Druckerei gekommen. Es handelt sich um eine Sammlung von wissenschaftlichen Arbeiten auf 843 Seiten. Es beinhaltet 84 Arbeiten von 109 Autoren. Wie der kroatischen Öffentlichkeit bekannt ist und ich gehe davon aus; auch den Kroaten im Ausland die unsere Arbeit verfolgen, versuchen wir uns auf Kongressen mit den Fragen der kroatischen Auswanderer zu beschäftigen, ohne den historischen Teil zu ignorieren.

Die Sammlung der wissenschaftlichen Arbeiten des zweiten Auslandskroaten-Kongresses "Hrvatska izvan domovine II" (Foto: Antunela Rajic)
Die Sammlung der wissenschaftlichen Arbeiten des zweiten Auslandskroaten-Kongresses "Hrvatska izvan domovine II" (Foto: Antunela Rajić)

Was ist überhaupt der Auslandskroaten-Kongress?

Wir bemühen uns, durch diesen Kongress die Probleme der Auslandskroaten zu aktualisieren. Die Beziehungen zwischen ihren jetzigen Aufenthaltsort und ihrer Heimat Kroatien zu verbessern, das Potenzial der kroatischen Einwanderer zu zeigen, nicht nur in Geldspenden, sondern auch deren Potenzial und Engagement beim Lobbyirren für Kroatien. Wir haben nämlich in allen wichtigen europäischen Ländern starke kroatische Gemeinschaften. Warum sollten wir dies nicht ausnutzen, dass unsere Lobbyisten Brücken zu diesen Ländern sind.

Was kann Kroatien für ihre Auswanderer tun?

Wir sollten die Mitglieder der zweiten, dritten Generation nach Kroatien bringen und ihnen eine Möglichkeit bieten. Ich glaube, trotz der Krise in Kroaten, werden sie keine Arbeitsstelle wegnehmen.
Im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, dass sie noch weitere Arbeitsstellen schaffen würden. In die Ausbildung dieser Menschen hat Kroatien keinen einzigen Euro investiert. Es gibt eine große Anzahl Mitglieder der zweiten, dritten Generation von Auswanderern, die nicht nur in Europa, Nord- und Südamerika, sondern auch in Australien, an den renommiertesten Universitäten studiert haben.

Was können Ihrer Meinung nach die Auswanderer selbst tun um Ihre Position zu verbessern? 

Die Auslandskroaten müssen von der Republik Kroatien verlangen, also diese nicht bitten, sondern verlangen, dass ihnen ermöglicht wird, auch per Post abzustimmen. Die kroatischen Auswanderer müssen durch ihre Verbände und den kroatischen Weltkongress fordern, dass die Doppelbesteuerung abgeschafft wird, vor allem die Kroaten aus der Schweiz. Es ist absurd, dass kroatische Rentner, die in der Schweiz, in Österreich oder Deutschland ihr Geld verdient haben, sozusagen noch Mal für ihre Renten zahlen müssen. Ich glaube, sie müssen auch verlangen, dass ein Ministerium für Auswanderer gegründet wird.

Der Auslandskroaten-Kongress in Šibenik (Foto: Robert Anic_PIXSELL)
Der Auslandskroaten-Kongress in Šibenik (Foto: Robert Anić/PIXSELL)

Haben Sie ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Auswanderern und der Republik Kroatien?

Die kroatische Fußballmannschaft! Wenn Sie nur schauen, wer alles in der kroatischen Fußballmannschaft von 1990 bis 2017 gespielt hat.
Wenn sie die Namen der Fußballspieler, die außerhalb von Kroatien geborenen sind, streichen. Dabei meine ich die Auswanderer der zweiten Generation und diejenigen, die in Bosnien und Herzegowina geboren sind, werden sie sehen, dass Kroatien niemals so eine hervorragende Mannschaft wäre. Nehmen wir zum Beispiel die Gebrüder Kovač, Robert und Niko, dann Raketić, dann Šimunić und viele andere. Das sind Kinder kroatischer Auswanderer, die die Liebe für Kroatien, aus ihren Häusern und den kroatischen katholischen Missionen mitgenommen haben. Die zwischen Kroatien und der Schweiz, Kroatien gewählt haben, die zwischen Kroatien und Deutschland, Kroatien gewählt haben.

Haben sie weitere Pläne zu diesem Thema? 

Wir sind bereits tief in der Organisation für den dritten Auslandskroaten-Kongress, der nächstes Jahr in Osijek stattfinden wird. Das Thema des Kongresses ist "Bleiben, gehen oder zurückgehen".

Was können Sie den Auslandskroaten empfehlen?

Meine Botschaft ist klar, kommt zurück, leistet euren Beitrag zur Entwicklung der kroatischen Gesellschaft oder bleibt da wo ihr seid und bemüht euch durch eure Arbeit in den kroatischen Vereinen, in den kroatisch - katholischen Missionen euren Beitrag für Kroatien zu leisten.

„Kroatien ausserhalb der Heimat II"“

„Kroatien ausserhalb der Heimat II"“

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