Die Stimme Kroatiens

20:41 / 13.03.2022.

Autor: Tonči Petrić

Zagreb: Reste von Sprengstoff in der abgestürtzen Drohne gefunden

Herausgezogene Drohne

Herausgezogene Drohne

Foto: Slavko Midzor / PIXSELL

In der Drohne, die am Donnerstag in der Nähe des Studentenheims „Stjepan Radić“ in Zagreb abgestürzt ist, waren nach Angaben von Verteidigungsminister Mario Banožović Reste von Sprengstoff gefunden worden.

In der Drohne, die am Donnerstag in der Nähe des Studentenheims „Stjepan Radić“ in Zagreb abgestürzt ist, waren nach Angaben von Verteidigungsminister Mario Banožović Reste von Sprengstoff gefunden worden.Das unbemannte Militärflugzeug war eine Tupolev 141, eine Aufklärungsdrohne. Banožić sagte des Weiteren, dass die Beweise aber darauf hindeuten, dass sie nicht für diesen Zweck verwendet wurde.


Das Gebiet in der Nähe des Jarun-See wurde abgesperrt und die Spuren von Sprengstoff beseitigt. Auch ein Teil eines Studentenwohnheims musste aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Bei dem Drohnenabsturz am Donnerstag wurde glücklicherweise niemand verletzt. Vierzig Autos wurden in der Nähe beschädigt.


Man hofft, dass eine detaillierte Inspektion der Blackbox der Drohne Aufschluss darüber geben kann, ob die Tupulev-141 von russischer oder ukrainischer Seite geschickt worden sei.


Minister Banožić erklärte aber auch, dass Kroatien seine Unzufriedenheit über Rumänien und Ungarn, zum Ausdruck gebracht habe, die es versäumt hatten, Kroatien vor der ankommenden Drohne zu warnen:" Am ersten Tag habe ich mit dem stellvertretenden NATO-Generalsekretär gesprochen, und Premierminister Plenković wird mit dem Generalsekretär reden. Am Mittwoch haben wir ein außerordentliches Treffen der NATO-Minister, bei dem wir dieses Thema und die in Rumänien und Ungarn aufgetretenen Mängel erneut zur Sprache bringen werden. Denn ihr Verhalten hat zu dieser Situation in Kroatien geführt. Wäre die Drohne in den Nachbarländern rechtzeitig erkannt und abgeschossen worden, wären wir heute nicht hier."


Ungarn und Rumänien haben Kroatien mittlwerweile mitgeteilt, dass sie ihre Daten analysieren werden, um festzustellen, wo das Verteidigungssystem versagt habe.


So kommentierte der ehemalige Kommandant der kroatischen Luftstreitkräfte, General Josip Štimac dieses Versäumnis der NATO: "Das NATO-Bündnis hat nicht reagiert, weil Sie die Drohne wahrscheinlich für harmlos gehalten haben. Sie konnte auf dem Radar erscheinen und verschwinden, je nachdem, in welcher Höhe die Drohne unterwegs war. Wir müssen also abwarten, was der endgültige Bericht sagen wird. Insbesondere in Bezug auf Ungarn, denn Rumänen sagt, sie hätten die Drohne nur kurze Zeit auf ihrem Radar gesehen und es ist in geringer Höhe geflogen. Tatsache ist, dass die Drohne aus der Ukraine gekommen ist und in Kroatien abgestürzt ist. Warum, ist schwer zu sagen, sagte štimac.


Am Mittwoch wird Premier Plenković nach Madrid reisen, wo er sich mit seinem Amtskollegen Pedro Sánchez treffen, aber auch einen NATO-Militärstützpunkt 20 Kilometer von Madrid besuchen wird. Der Militärstützpunkt hat die Verantwortlichkeit, den Himmel über den südlichen NATO-Mitgliedsstaaten, einschließlich Kroatien, zu kontrollieren. Der Militärstützpunkt in Madrid hat den Eintritt der Drohne in den kroatischen Luftraum ebenfalls nicht gemeldet.


Quelle: HRT

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