Die Stimme Kroatiens

20:51 / 11.03.2022.

Autor: Tonči Petrić

Unbemanntes Militärflugzeug in Zagreb abgestürzt

Drohenabsturz in Zagreb

Drohenabsturz in Zagreb

Foto: Igor Soban / PIXSELL

Ein unbemanntes Militärflugzeug ist gestern Nacht gegen 23 Uhr in einem Park in der Nähe eines Studentenwohnheimes der kroatischen Hauptstadt Zagreb abgestürzt. Dabei handelte es sich um eine Maschine aus russischer Produktion. Auch zwei Fallschirme wurden gefunden.

Dies bestätigte der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Versailles. Es ist aber unklar, wem die Drohne gehört, sagte Plenković. 


„Im Moment wissen wir nicht, ob die Drohne im Besitz der russischen oder der ukrainischen Armee war. Sie kam aus Ungarn nach Kroatien. Laut Premierminister Orban kam sie aus Rumänien nach Ungarn. Warum? War das eine Art Fehler? Gab es einen Kontrollverlust? Diese Fragen können wir im Moment noch nicht abschließend beantworten.“


Menschen wurden nach Polizeiangaben bei dem Vorfall nicht verletzt. Nur geparkte Autos wurden beschädigt. Die Hintergründe sind weiterhin unklar. Die Ermittlungen laufen seither auf Hochtouren.


Der ehemalige Botschafter der Ukraine in Kroatien, Markijan Lubkivski, sagte gegenüber dem kroatischen Rundfunk HRT, dass die Drohne kein unbemanntes ukrainisches Militärflugzeug ist.


„Das in Zagreb abgestürzte Flugobjekt ist kein ukrainisches. Drohnen aus der Ukraine haben andere Markierungen. Das ukrainische Außenministerium bereitet in Zusammenarbeit mit dem Generalstab der Streitkräfte einen Bericht zu diesem Vorfall vor. Drittens werden wir unsere kroatischen Partner bitten, eine Untersuchung einzuleiten, um die Wahrheit herauszufinden."


Der kroatische Generalstabschef Admiral Robert Hranj sagte, dass die Drohne nicht mit Sprengstoff ausgestattet gewesen war und es sich wahrscheinlich nicht um eine Überwachungsdrohne gehandelt habe.


An der Absturzstelle hinterließ das abgestürzte Flugobjekt einen Krater von drei Metern Breite und einem Meter Tiefe. 


Debatte im Parlament


Das kroatische Parlament hat sich heute mit dem Drohnenabsturz befasst. Abgeordnete der Opposition haben die Regierung dafür kritisiert, dass sie nach dem Absturz mehr als 11 Stunden gewartet haben, um offizielle Informationen zu diesem Thema zu veröffentlichen.


Der SDP-Vorsitzende Peđa Grbin: „Die Drohne stürzte in ein Wohngebiet. Wir haben großes Glück, dass sie kein Wohnhaus getroffen hat. Aber unsere Sicherheit kann sich nicht auf das Glück verlassen.“


Der HDZ Abgeordnete Mario Kapulica entgegnete, es handele sich um einen schweren, aber isolierten Vorfall: „Es ist die Pflicht aller im politischen System, bei solchen Ereignissen die Ruhe zu bewahren und keine voreiligen Einschätzungen abzugeben, bevor der Sachverhalt nicht geklärt wurde.“


Der Abgeordnete der Partei Željko Sašić sagte, der kroatische Luftraum hätte besser bewacht werden sollen. Er schlug vor, die Radarverteidigung zu verstärken.

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