Die Stimme Kroatiens

20:10 / 16.07.2021.

Autor: Martina Perković

Minister Beroš: Impfpflicht ist keine Option

Volle Strände an der Küste Kroatiens

Volle Strände an der Küste Kroatiens

Foto: Damir Špehar / PIXSELL

Auf der offiziellen Coronakarte des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten - ECDC - wurde die Küste Kroatiens gänzlich als orange eingestuft. Laut Zivilschutz ist der Weg zurück in den grünen Bereich nur durch Impfen und Einhaltung der epidemiologischen Maßnahmen möglich. Daher sollen strengere Kontrollen folgen, die Impfpflicht soll nicht eingeführt werden.

Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden in Kroatien 131 Neuinfektionen verzeichnet. Was 50 Prozent mehr, als noch letzten Freitag ist. Die Positivitätsrate lag bei 3,3 Prozent.

"Am 16. Juli letzten Jahres, hatten wir 86 Neuinfektionen, die Zahl war also deutlich niedriger als heute. Wir stehen am Anfang der touristischen Saison, und stehen ganz klar schlechter da als zu Beginn der letztjährigen Saison“, erklärte Krunoslav Capak, Leiter des kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit.

Laut dem Leiter des nationalen Zivilschutzes Davor Božinović, sollen Veranstaltungen und Versammlungen von mehr als 100 Personen deren epidemiologischen Status man nicht kennt, abgesagt werden.

Gesundheitsminister Vili Beroš betonte nochmals, dass die Einführung einer Impfpflicht derzeit keine Option ist. „Je nach der Situation, also abhängig von der Verbreitung der Delta Variante oder dem Aufkommen neuer Varianten werden wir sehen, ob dies vielleicht in Zukunft eine Option sein könnte."

Präsident Zoran Milanović sagte im Gespräch mit der Presse, dass er zwar das Motiv der Regierung versteht, aber gegen einen Impfzwang ist.

Tourismusministerin Nikoina Brnjac zu Gast beim kroatischen Rundfunk.

Tourismusministerin Nikoina Brnjac zu Gast beim kroatischen Rundfunk.

Foto: HTV / HRT

Vor allem die Gespanschaft Istrien ist unzufrieden mit dem orangenen Status. Hier liegt die Anzahl der Neuinfektionen weit unter dem Durchschnitt, so Dino Kozlevac, Leiter des dortigen Zivilschutzes. „Istrien wurde zu Unrecht als Risikogebiet eingestuft. Unsere Zahlen liegen weit unter dem Durchschnitt, der erforderlich ist, um als grün zu gelten“ sagte er.

Tourismusminister Nikolina Brnjac findet es ebenfalls sehr bedauerlich.

"Es tut mir sehr leid, dass dies passiert, dass wir als orange gekennzeichnet wurden. Wir müssen dies als ernste Warnung verstehen, denn die Zahlen lügen nicht. Es ist eine Warnung und eine Gelegenheit, diesen Trend umzukehren, indem wir uns an die Präventionsmaßnahmen halten und natürlich auch durch Kontrollen. Nur so kommen wir wieder in den grünen Bereich."

Zu Beginn der Regierungssitzung sagte Premier Andrej Plenković, dass sich in Europa die viel ansteckendere Delta Variante ausbreitet. Des Weiteren bestätigte er, dass rund 39 Prozent der Bürger als vollständig geimpft gelten und er hofft, dass es in Kroatien in wenigen Wochen 50 Prozent sein werden. „Je mehr Menschen geimpft werden, desto weniger schwere Krankheitsverläufe werden wir haben. Das ist die Botschaft, die wir alle im Hinterkopf behalten müssen. Es bedeutet auch weniger Krankenhausaufenthalte und weniger Todesfälle. Dies sind alles Dinge, wie der Impfstoff direkt wirkt."

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