Die Stimme Kroatiens

13:34 / 06.03.2026.

Autor: Antunela Rajič

Israels Botschafter fordert Abbruch der Beziehungen zu Iran

Gary Koren
Gary Koren
Foto: Tomislav Miletic / Pixsell

Der israelische Botschafter in Kroatien, Gary Koren, hat Zagreb dazu aufgerufen, die diplomatischen Beziehungen zum Iran abzubrechen und das Personal der iranischen Botschaft in Zagreb einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Hintergrund sei die Möglichkeit, dass sich unter den Diplomaten Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarde befinden könnten, die in der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft wird.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Hina empfahl Koren Kroatien und anderen europäischen Ländern, das Personal iranischer Botschaften genauer zu überprüfen. Seinen Angaben zufolge seien in vielen diplomatischen Vertretungen Angehörige der Revolutionsgarde tätig, deren Aufgabe es sei, Informationen zu sammeln und terroristische Aktivitäten zu unterstützen. Zudem behauptete der Botschafter, der iranische Staat unterhalte sogenannte „Schläferzellen“ in westlichen Ländern.


Koren erklärte weiter, der Iran verfüge über die Kapazitäten für solche Operationen und verwies dabei auch auf angebliche Unterstützer des Regimes in der Region, unter anderem jenseits der Grenze in Bosnien und Herzegowina. Der Diplomat forderte Kroatien auf, nicht nur seinen Botschafter aus Teheran abzuberufen, sondern auch die kroatische Botschaft zu schliessen und gleichzeitig die Schliessung der iranischen Botschaft in Zagreb zu verlangen.


Auf eine Frage zum kroatischen Präsidenten Zoran Milanović, der die israelische Regierung wiederholt kritisiert und die militärische Zusammenarbeit zwischen Kroatien und Israel untersagt hat, wollte Koren nicht näher eingehen. Botschafter dürften sich nicht in die Innenpolitik des Gastlandes einmischen, betonte er und fügte hinzu, dass er alle kroatischen Institutionen respektiere.


Korens Aussagen fallen in eine Phase erhöhter Spannungen im Nahen Osten. Israel und die Vereinigten Staaten haben eine gemeinsame Luftoffensive gegen Iran gestartet, die laut dem Botschafter sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch der politischen, militärischen und geheimdienstlichen Koordination zwischen beiden Ländern beispiellos sei.


Ziel der Operation sei die Zerstörung iranischer Raketenabschussanlagen, Produktionslinien für Raketen sowie des iranischen Atomprogramms. Als zentrale Ziele nannte Koren Einrichtungen der Revolutionsgarde und der paramilitärischen Organisation Basidsch.


Der Botschafter betonte, dass Iran für Israel eine unmittelbare und existenzielle Bedrohung darstelle. Der Konflikt zwischen beiden Staaten habe nicht erst in den letzten Jahren begonnen, sondern gehe auf die Islamische Revolution von 1979 zurück, als der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini Israel als Feind bezeichnet habe.


Die Aussagen des israelischen Botschafters lösten in Kroatien politische Reaktionen aus.

Der HDZ-Abgeordnete Davor Ivo Stier erklärte, er gehe davon aus, dass der Botschafter die Anweisungen seines Aussenministeriums weitergebe. Kroatien treffe jedoch seine Entscheidungen souverän und berücksichtige dabei in erster Linie die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger.


Ähnlich äusserte sich der SDP-Politiker Joško Klisović. Kroatien habe die Beziehungen zum Iran bisher nicht abgebrochen und er sehe derzeit keinen Grund dafür. Gleichzeitig betonte er, dass das theokratische politische System im Iran nicht den demokratischen Standards entspreche, die Kroatien unterstütze.


Kritik kam auch vom Minderheitenabgeordneten Armin Hodžić, der Korens Aussagen als unzulässige Einmischung in die souveränen Entscheidungen Kroatiens bezeichnete. Die Entscheidung über diplomatische Beziehungen liege ausschliesslich bei der kroatischen Regierung, dem Parlament und dem Präsidenten.


Gary Koren wies die Vorwürfe später in einem Beitrag auf der Plattform X zurück. Kroatien sei selbstverständlich ein souveräner Staat, der seine Entscheidungen selbst treffe. Gleichzeitig habe auch Israel das Recht, befreundete Länder auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die vom iranischen Regime ausgingen.


Der Botschafter verwies zudem auf frühere Drohungen Irans gegen israelische Botschaften und erinnerte an mehrere Angriffe auf jüdische Ziele weltweit, für die iranische Akteure oder mit ihnen verbundene Gruppen verantwortlich gemacht wurden.


Ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Teheran und die Schliessung von Botschaften könnte nach Ansicht Korens die Möglichkeiten Irans einschränken, terroristische Aktivitäten im Ausland zu organisieren.

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