Die Stimme Kroatiens

18:27 / 13.01.2022.

Autor: Martina Perković

Experten fordern mehr Psychologen in Schulen

Illustration

Illustration

Foto: Hrvoje Jelavić/Damir Špehar/Nikola Cutuk/ Marcus Brandt / PIXSELL/DPA

Die laufende Corona-Virus-Pandemie dauert seit nun mehr als zwei Jahren und hat schwere psychische Belastungen mit sich gebracht. Auch weil sich die Covid-Stationen weiterhin füllen und die Nachfrage nach den Beatmungsgeräten nicht abnimmt.

Wie bereits mehrmals berichtet herrscht nicht nur in Kroatien, sondern international eine erhöhte Nachfrage nach Beratungshotlines und Therapiemöglichkeiten, um in diesen Zeiten besser mit der Situation umgehen zu können. Auch sind wir Zeugen von Hasssprache in den sozialen Netzwerken sowie von Auseinandersetzungen auf Demonstrationen. Die Berichterstattung in den Medien löst bei vielen Bürgern ebenfalls Wut aus, insbesondere wenn es sich um Sensationsberichterstattung ohne Kriterien handelt und keine sachlichen Diskurs fördert, sondern diesem entgegenwirkt.

Die klinische Psychologin Anita Lauri Korajlija sagte in einer Sendung des kroatischen Rundfunks, dass das Ausmaß an Depressionen, Angstzuständen und Stress in Kroatien zunimmt und laut neuesten Umfragen 30 Prozent der befragten Bürger an schweren psychischen Störungen leiden.

Abgesehen davon, dass laut Lauri Korajlija der Optimismus rapide abnimmt, hat auch die Lebensqualität abgenommen und sie wiess darauf hin, dass Patienten meist den Verlust des Kontrollgefühls als eines der Hauptprobleme anführen.

„Dieses Gefühl wird bei einigen Bürgern sicherlich zu großer Besorgnis führen. Die Daten zeigten, dass junge Menschen besonders gefährdet seien, sie seien eine Risikogruppe sowie Menschen mit hohem Kontrollbedürfnis“, fügte sie hinzu.

Was generell fehlt, ist ein ernsthaftes Verständnis von psychischer Gesundheit.

„Seit zwei Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der körperlichen Gesundheit, vernachlässigen aber die psychische Gesundheit. Der Generalsekretär des Wissenschaftsministeriums sagte, dass Schulen keine Kliniken sein können und somit wurde unsere Forderung nach mehr Schulpsychologen verworfen.“

Mit mehr Psychologen in den Schulen, kann innerhalb des Systems bereits viel schneller gehandelt werden. Die Kinder müssen dann nicht in Kliniken, und schlimmeres kann verhindert werden.

„Uns fehlt die kostenlose psychologische Hilfe im Rahmen der primären Gesundheitsversorgung, die den Menschen zur Verfügung steht“, fügte Lauri Korajlija hinzu.


Vijesti HRT-a pratite na svojim pametnim telefonima i tabletima putem aplikacija za iOS i Android. Pratite nas i na društvenim mrežama Facebook, Twitter, Instagram i YouTube!