Die Stimme Kroatiens

20:29 / 08.10.2021.

Autor: Natali Tabak Gregorić

Drei Grenzpolizisten suspendiert, weil sie Migranten schlugen

Nasilno vraćanje migranata

Nasilno vraćanje migranata

Foto: Dnevnik / HRT

Der Polizeichef, Nikola Milina, sagte heute Abend auf einer Pressekonferenz, dass drei Polizisten bis zu weiteren Ermittlungen aus ihrem Dienst suspendiert wurden. 

Dass es sich bei den maskierten Personen, die in einem Video Migranten prügeln und gewaltsam abschieben, um Polizisten handelt, bestätigte heute der kroatische Innenminister Davor Božinović nach einem Treffen mit den Innenministern der EU-Staaten in Brüssel. 


Zu dem Fall äußerte sich auch die EU-Kommissarin für Inneres Ylva Johansson.


"Ich muss sagen, dass die kroatische Regierung diese Situation sehr ernst nimmt. Sie wird sofort Ermittlungen aufnehmen. Der Minister war schockiert. Ich bin der Meinung, dass die Regierung das Richtige getan hat, indem sie erklärte, dass der Schutz der Grenze immer im Einklang mit der Rechtsstaatlichkeit und den Grundrechten stehen muss. Sie wird den unabhängigen Überwachungsmechanismus nutzen, den wir zusammen mit Kroatien eingerichtet haben. Ich denke, das ist genau die richtige Antwort darauf", betonte die Kommissarin.


Der Polizeichef Nikola Milina, sagte heute Abend auf einer Pressekonferenz, dass drei Polizisten bis zu weiteren Ermittlungen aus ihrem Dienst suspendiert wurden. 


Er bestritt auch, dass die Polizisten irgendwelche Anweisung für ihr Handeln erhalten hätten. 


Der kroatische Premierminister Andrej Plenković kommentierte ebenfalls den Fall.


"Jeder Staat schützt seine Grenzen. Das kann er machen. Jedoch kann er keine Gewalt dort anwenden, wo es, wie wir im Video gesehen haben, unnötig ist", sagte Plenković.


Dass Kroatien für diesen Vorfall nicht zur Verantwortung gezogen werden sollte, sagte der kroatische Präsident Zoran Milanović. Er kritisierte auch die EU-Kommission, dass sie Kroatien einerseits zum Schutz der EU-Außengrenze auffordere, andererseits aber nur dann reagiere, wenn ihr etwas nicht gefalle.


"Die gleiche Kommission weiß oftmals nicht, wo ihr der Kopf steht. Diese Leute fürchten sich vor ihrem eigenen Schatten. Sie wollen von uns, dass wir schon jetzt die Grenze schützen, die schon vor Ewigkeiten die Schengen-Grenze hätte sein sollen. Womit denn? Wenn wir die kleine Gruppe der Leute ausschließen, die theoretisch falsch gehandelt haben, macht unsere Polizei immer noch einen sehr harten Job für sehr wenig Geld und unter unmöglichen Bedingungen. Wollen Sie, dass Ihre Kinder diesen Job übernehmen?" fragte Milanović.



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